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Projekt „Soziale Stadt Sandheide“ in Erkrath dauert länger als geplant

Hochdahl : „Soziale Stadt“ dauert länger als geplant

Verzögerungen bei der Weiher-Sanierung und beim Campus wirken sich auf andere Maßnahmen des Großprojekts aus. Die Stadt muss ihr Handlungskonzept neu auflegen.

Ein Campus-Neubau, der plötzlich 9,3 Millionen Euro teuer werden soll, was die Stadt zu einer sofortigen, zeitraubenden Kostenbremse zwingt, und ein Stadtweiher, dem Verkleinerung droht, was durch ein von Politik und Bürgern gefordertes neues Gutachten aber erst noch einmal überprüft werden soll – es läuft derzeit alles andere als rund auf den Großbaustellen in Hochdahl. Kein Wunder, dass die Stadt bereits signalisiert hat, einige Maßnahmen des von Bund und Land kräftig geförderten Stadterneuerungsprogramms „Soziale Stadt Sandheide“ über den Zeitrahmen 2026 hinaus abarbeiten zu müssen.

Dem Fördermittelgeber (Ansprechpartner sind Bezirksregierung und Ministerium für Kommunales) sei dies bereits mitgeteilt worden, woraufhin es die Empfehlung gegeben habe, ein weiteres sogenanntes Integriertes Handlungskonzept aufzustellen. Was der zuständige Fachbereich nach dafür nötigen Abstimmungen auch auf eigene Kosten tun werde, wie die Stadt informiert. Sie rechnet zum Beispiel damit, dass Maßnahmen wie Aufwertung und Anbindung des Stadtweihers, die dort geplante Bouleanlage und die Fitnessstrecke am Mahnerter Bach nicht vor Mitte 2027 starten und erst gegen Mitte 2029 mit dem Vermerk „erledigt“ auf der umfangreichen Projektliste abgehakt werden können.

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Weniger holprig als im Handlungsfeld Grün- und Spielflächen läuft es beim Quartiersmanagement für die Sandheide, das mit einem (extern besetzten) Büro am Hans-Sachs-Weg vertreten ist und parallel von einer Mitarbeiterin der Stadt mit gesteuert wird. Sein Ziel ist es, das bürgerschaftliche Engagement im Quartier zu stärken und durch Mittel aus einem Verfügungsfonds, über deren Vergabe ein Stadtteilbeirat entscheidet, bei Aktivitäten, der der Nachbarschaftlichkeit dienen, zu unterstützen.

Das konkretisiert sich etwa in einem Heimatgarten für den Anbau von Obst und Gemüse plus Informationsveranstaltungen und Festen, in Spielesommern für Ferienkinder, geführten (und stets gut gebuchten) Streifzügen mit Heimatkundigen durch die Sandheide, Sprachcafés für Frauen, die Deutsch als Fremdsprache erlernen und der Vermittlung von Kontakten zwischen Muttersprachlern und Neusprachlern. Weiterer Schwerpunkt der Quartiersarbeit ist es, die Beteiligung der Bewohner an Veränderungen im Umfeld zu organisieren, etwa wenn es um die Anschaffung neuer, öffentlicher Spielgeräte oder anderer Angebotserweiterungen für Nutzer aller Altersklassen geht. Dafür wurden in der Vergangenheit zum Beispiel mehrsprachige Banner organisiert, auf denen mittels Klebepunkten abgestimmt werden konnte, was die Sandheider dann auch mit Begeisterung taten.

Gewachsen ist mittlerweile auch das Interesse von Eigentümern am Förderprogramm „Wohnumfeld und Fassaden“, das auf ein verbessertes, attraktiveres Erscheinungsbild des Stadtteils zielt. Gab es 2020 gerade einmal zwei Antragsteller, ist die Zahl im Jahr 2021 auf zehn Anträge gestiegen – neun für eine Auffrischung der Fassade und einer für eine Wohnumfeld-Aufwertung (Umgestaltung eines Vorgartens).