Projekt des Mettmanner Bauvereins

Der Bauverein plant ein großes Wohnquartier : Kompromiss bei Lindenpark in Sicht

Der Mettmanner Bauverein geht auf die Bürgerinitiative und auf die Firma Fondium zu.

Vorstand und Aufsichtsrat des Mettmanner Bauvereins sind zuversichtlich, das Mammutprojekt „Lindenpark“ an der Georg-Fischer-Straße ab Ende des Jahres in die Tat umzusetzen. Die Abbruchgenehmigung existiere, sagt Vorstandsmitglied Christoph Erven. Doch in einer ersten Offenlegung des Bebauungsplanes gab es Proteste gegen das Neubauprojekt; und zwar von zwei Seiten: Eine Bürgerinitiative hat sich rund um den geplanten Lindenpark gebildet. Die Anwohner wehren sich gegen die  Bebauung. Auch die Firma Fondium (früher Georg Fischer) hat Vorbehalte. Denn ein reines Wohngebiet würde Erweiterungspläne der Gießerei negativ beeinflussen. Möglicherweise würden künftige Bewohner des Neubaugebietes gegen Fondium klagen und sich über Lärm und Geruch beschweren.

Aber: „Zahlreiche konstruktive Gespräche zwischen allen Beteiligten und der Stadt Mettmann haben gezeigt, dass sich Lösungswege konkretisieren“, sagt Erven. Das bedeutet: Der Bauverein plant bei einem Haus direkt neben der Altbebauung an der Regiobahn nicht mehr drei, sondern nur zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss. Die Konsequenz: Das Neubauhaus passt sich besser der Altbebebauung an.  „Damit fallen aber drei öffentlich geförderte Wohnungen weg“, sagt Stefan Gundlach, Vorstandssprecher des MBV.

Zweiter Kompromiss: Der Bauverein verzichtet auf eine große Tiefgarage und richtet dafür Außenstellplätze ein. Damit müssen nicht so viele Bäume wie geplant gefällt werden.

Schließlich ist beim ersten Bauabschnitt  ein großes Miethaus gegenüber von Rhewa-Waagen mit Kita und altengerechten  Wohnungen als Mischgebiet geplant. Das hat für Fondium den Vorteil, dass in diesem Bereich nicht so strenge Maßstäbe in Sachen Emission und Immision gelten wie in einem Wohngebiet. Insgesamt soll das Projekt „Lindenpark“ um 10 Prozent preiswerter werden. Konkret: 32 bis 32,5 Millionen Euro investiert der Bauverein insgesamt. „Wir sind zuversichtlich, bei einer zweiten Offenlegung des Bebauungsplanes Einvernehmlichkeit zu erzielen“, sagen Erven und Gundlach. Ein Erfolgsprojekt war der Neubau an der Laubacher Straße 18. Es gab 175 Bewerbungen für 25 Wohnungen; und zwar vor der Fertigstellung des Projektes. . Die Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen zeichnen sich durch durch eine hohe Grundriss- und Wohnqualität aus. Der Bauverein investiert jährlich 4,1 Millionen Euro in die Modernisierung und Instandhaltung seines Immobilienbestandes. „Das sind fast die Hälfte unserer Sollmieten“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Jan Söffing. Als größtes Einzelprojekt wurde das Gebäude Eidamshauser Straße 25 energetisch saniert (Dachdämmung, Wärmeverbundsystem, Fassaden- und Balkonsanierung. Der MBV überlegt, wie er in Zukunft den Kauf von Anteilen besser steuert. Denn: Es gibt verstärkt ein teils überregionales, ausschließlich kapitalsuchendes Publikum, das Mitglied in der Genossenschaft werden wollen. Immerhin winkt eine Dividende von 4 Prozent. Der alljährlich immer höher werdende Dividendenabfluss könnte den Bauverein vor ein Liquiditätsproblem stellen. Dies will der MBV verhindern und denkt über eine Strategie nach.

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