Mettmann: Professor in Coburg

Mettmann: Professor in Coburg

Porträt Der Physiotherapeut Dr. Konstantin Karanikas aus Mettmann wird künftig an der Universität in Coburg Physio-, Ergo- und Logotherapeuten unterrichten. Studiert hat er an der Sporthochschule in Köln.

Der sportliche Typ im weißen Shirt und weißen Hosen hat rein äußerlich mehr Ähnlichkeit mit einem zupackenden Physiotherapeuten als mit einem Wissenschaftler. Dennoch darf sich Dr. Konstantin Karanikas nicht nur Professor nennen, er hat auch einen Lehrauftrag. An der Uni Coburg bringt der 44-Jährige angehenden Physio-, Ergo- und Logotherapeuten die theoretischen Grundlagen der Physik, der Biomechanik und der Trainingstherapie nahe.

Viele Jahre bei Medi-Sport

Seine Praxiserfahrung aus der langjährigen Tätigkeit bei Medi-Sport in Mettmann sind für ihn dabei eine wichtige Basis. "Gerade die Kombination von Forschung und Umsetzung fasziniert mich. Deshalb verstehe ich mich auch als Vermittler zwischen Theorie und Praxis", betont er selbstbewusst. Bei der Feier anlässlich seiner Ernennung zum Professor wirkte er jedoch ein wenig verlegen. Der Wirbel um seine Person war dem gebürtigen Griechen offensichtlich peinlich. Er kümmert sich lieber um seine Patienten und Studenten. Die absolvieren ihr Studium berufsbegleitend, so dass Konstantin Karanikas nur ein- bis zweimal im Monat zum Blockunterricht nach Bayern reist. "Die Praxis soll nicht darunter leiden", betont er.

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Seit 16 Jahren gehört er zum Team von Sigrun Blauth. "Damals hat mich ihr Isokinetisches Gerät, das den Zustand von Gelenken messen und Defizite sichtbar machen kann, gelockt", erinnert sich der Sportlehrer und Sporttherapeut. "Wir hatten damals nicht mal an der Uni die Gelegenheit, an solchen Geräten zu arbeiten, und ich wollte promovieren." Eigentlich hatte er nach seinem Studium an der Sporthochschule Köln noch Medizin studieren wollen, doch das griechische Militär machte ihm einen Strich durch die Rechnung. "Nach den 18 Monaten Dienst war ich 26 Jahre und da wollte ich nicht mehr von vorne anfangen." Stattdessen entschied er sich für ein Aufbaustudium im Bereich Rehabilitation und Prävention. "Über Praktika in verschiedenen Kliniken bin ich mit meiner heutigen Tätigkeit in Kontakt gekommen."

In der Physiotherapieschule Wuppertal gehört er inzwischen zu den dienstältesten Dozenten. "Es macht mir Spaß, meine Erfahrungen weiter zu geben." Die Erkenntnisse der Wissenschaft fließen umgekehrt wieder in seine Arbeit am Patienten ein. "Für mich ist die Tätigkeit mit Menschen wichtig. Denn obwohl ich selbst ein wissbegieriger Mensch bin, möchte ich nicht den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen."

(RP)
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