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Polizeihauptkommissar Frank Eigelshofen für Lichtblicke auf Fahrradtour

Charity-Fahrradtour : 3624,39 geradelte Kilometer für „Lichtblicke“

33 Tagesetappen quer durch NRW absolvierte Polizeihauptkommissar Frank Eigelshofen in seinen Ferien, um für „Lichtblicke“ Geld zu erstrampeln. Knapp 4000 Euro kamen zusammen, jetzt wird das Aktions-Trikot versteigert.

Polizeihauptkommissar Frank Eigelshofen „hat fertig“, wie er grinsend berichtet. In 33 Tagesetappen absolvierte der 58-Jährige exakt 3624,39 Kilometer. „Jeder davon zählt und ist deshalb so wichtig, weil ich sie alle für die Aktion ‚Lichtblicke’ gefahren bin“, erklärt der passionierte Radsportler Sinn und Zweck seines Einsatzes.

Ungefähr sechs Wochen war Mettmanns prominentestes Radfahrer unterwegs, und sammelte Meter für die gute Sache. Denn alles, was er auf den Tacho brachte, wird in bare Münze umgewandelt. „Am Ende sind es hoffentlich 4000 Euro“, rechnet er vor. Seine persönliche Bilanz: „Es war schön, es war sehr nass, es hat sich gelohnt.“

„Von Mettmann nach Mettmann“ war die Radrundreise durch Nordrhein-Westfalen überschieben, die ursprünglich mal als Europa-Tour geplant war, bis der Corona-Geist diesen Plan konterkarierte. Also disponierte Frank Eigelshofen rasch um. „Gucken wir doch einfach mal, was für schöne Strecken es vor der eignen Haustür gibt“, lautete sein neuer Plan – und den setzte er zwischen 1. Juni und 12. Juli um. „Körper, Geist und Fahrrad haben alles gut mitgemacht“, ist er zufrieden mit seiner eigenen Leistung und dem eigens für die Tour angeschafften Rennrad.

In der Vorbereitung hat der Polizeihauptkommissar, den vor Jahren eine massive Herzattacke ausbremste, nicht nur „sorgfältig trainiert, sondern auch die Ernährung umgestellt“. Bananen beispielsweise sind en masse vetilgt, „die kann ich jetzt erstmal nicht mehr sehen“, und im ursprünglich fünf Kilo schweren Nudelvorrat ist „nur noch ein kleiner Rest. Aber Nudeln schmecken immer, weil sie mit unterschiedlichen Saucen eben immer wieder anders schmecken“, weiß Frank Eigelshofen. Allerdings stoppt er jetzt die hochkalorische Zufuhr, „das war nur, um auf den Touren genügend Energie zu haben“.

Die brauchte er vor allem im Kampf gegen das „sehr durchwachsene Wetter“ – die ersten drei Tage waren „bombig, danach wurde es nass“ – und gegen die Höhenmeter. „Nordrhein-Westfalen ist ziemlich hügelig“, anders als bei einer Fahrt durch die bayerischen Alpen „geht es nicht ein Mal steil rauf und dann ist es geschafft, hier sind es viele Hügel und Wellen, die kraftzehrend sind“. Rund um die Porta Westfalica „bin ich vom Rad gestiegen“. Denn erschwerend hinzu kam: mit mehreren Gepäcktaschen beladen, „ist es bei 20 Prozent Steigung schwer, einen Rhythmus zu finden“.

Jede Teilstrecke ist mit Fotos dokumentiert und im Netz geteilt. 150 Ortsschilder und Tour-Namen wie „Kohlen schaufeln“ auf den Bahntrassen im Bergischen, „Beethoven auf der Spur“ in Bonn oder „Fußball pur“ vorbei an den Stadien erzählen davon eine eigene Geschichte. Vom Sauerland bis in die Eifel, von Bielefeld bis nach Venlo – jetzt macht Frank Eigelshofen, der übrigens per ständiger Herzfrequenzüberwachung genau darauf achtete, „dass die Pumpe mitmacht“, ein paar Tage Pause – gemütlich mit seiner Ehefrau. Dann allerdings könnte er sich mal wieder eine Radtour vorstellen. „Ohne Sport kann ich nicht leben.“