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Kreis Mettmann: Polizei: Die Streifen haben jetzt 27 Gänge

Kreis Mettmann : Polizei: Die Streifen haben jetzt 27 Gänge

Um die Unfallzahlen bei Radfahrern und Fußgängern zu senken, setzt die Polizei auf Mountainbikes.

Ob mitten im Neandertal oder in der Hildener und Langenfelder Fußgängerzone - die Polizei im Kreis Mettmann ist jetzt aufs Rad gekommen. Die sechs neu gekauften Mountainbikes wurden nach den Wünschen der Beamten angepasst und individuell ausgestattet. Technische Daten: 27 Gänge, Scheibenbremsen vorne und hinten, voll gefederte Gabel, Pedale mit kraftsparendem SPD-Klicksystem, batteriebetriebenes Licht, überall Reflektoren, Trinkflasche und natürlich die Farben: Grün-Weiß oder Blau-Weiß. Gestern stellten Landrat Thomas Hendele und Polizeioberrat Thomas Decken die neue Mountainbike-Staffel der Kreispolizeibehörde vor. "Die Beamten machen alle freiwillig mit, da sitzt keiner auf dem Rad, weil wir denken, der Kollege ist zu dick", scherzte Decken. Doch der Anlass, die sechs Beamten jetzt mit dem Rad auf Streife zu schicken, ist ernst.

"Wir wollen die Zahl der Rad- und Fußgängerunfälle senken", sagt Decken. Allein in diesem Jahr sind im Kreis schon 217 Radfahrer verletzt worden. Die höchsten Zahlen registriert die Polizei in den "Radfahr-Städten" wie Hilden (47 Unfälle), Langenfeld (35) und Ratingen (41). Die Ursachen: falsches Abbiegen, entgegengesetztes Fahren auf dem Radweg oder auch Telefonate mit dem Mobiltelefon. Die Beamten auf dem Fahrrad halten Radfahrer an, sprechen sie auf ihr Fehlverhalten an und verhängen auch Verwarngelder. Wer meint, er müsste auf dem Radweg entgegen der Fahrtrichtung fahren, wird mit 35 Euro zur Kasse gebeten. Kein Bargeld dabei? Das mobile Kartenlesegerät liegt in dem schwarzen Kasten auf dem Gepäckträger bereit. "Die Polizisten auf den Rädern sehen und hören viel mehr, als wenn sie mit dem Auto unterwegs wären", sagt Decken. Dabei geht es gar nicht darum, am Tag möglichst viele Kilometer abzuspulen. "Wir wollen mehr Präsenz zeigen", sagt Hendele. Unter anderem auch auf dem Panoramaradweg, wo immer wieder die Interessen von Fußgängern, Radfahrern und Bürgern, die mit dem Hund spazieren gehen, aufeinanderprallen.

Die ersten Erfahrungen der Polizei zeigen - die Beamten auf dem Rad kommen beim Bürger gut an. Bislang gab es nur positive Reaktionen von den Bürgern. Wenn es sein muss, nehmen die Polizisten auch mal die Verfolgung mit dem Rad auf. Doch das war bislang gar nicht nötig. "Außerdem können wir über Funk jederzeit Verstärkung rufen", sagt Decken.

Die Beamten sind nun selbst für die Pflege ihrer Räder verantwortlich. Das soll verhindern, dass sich wie bei den bislang von der Polizei benutzten Rädern, irgendwann keiner mehr drum kümmert.

(RP)