Postskriptum: Politik diskutiert Lösung der Personalmisere

Postskriptum: Politik diskutiert Lösung der Personalmisere

Das Arbeitsprogramm des Planungsamtes für dieses Jahr ist eine umfängliche Aufzählung. Treffender wäre es wohl, von einer Wunschliste zu sprechen, die sich in der Form erst einmal nicht umsetzen lässt. Denn zahlreiche Projekte tragen den Vermerk "Zurückstellung". Nein, die Stadtplanung liegt noch nicht auf Eis, aber wichtige Projekte wie beispielsweise die Bauleitverfahren Am Düsseler Tor und für den Sportplatz Düssel. Grund: Im Rathaus fehlen ausreichend Mitarbeiter.

Die Verwaltung gesteht dies offen ein, das ist ehrenwert: "Aufgrund der aktuell begrenzten Personalkapazitäten sind die Entscheidungsspielräume im Vergleich zum Vorjahr für das Jahr 2018 noch enger geworden. Das wirkt sich noch zusätzlich einschränkend auf die Prioritätensetzung aus."

Das kam in dieser Woche im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung auf den Tisch und sorgte für Betroffenheit. Vorsitzender Axel Welp (SPD) dankte der Verwaltung für die "offene Darstellung unseres Personaldilemmas". Eine Ursache hat er treffenderweise ausgemacht: "Durch den Weggang von Nina Bettzieche hat sich das verschärft." Die Leiterin des Amtes für Stadtplanung und Bauaufsicht wechselte in die Nachbarstadt Heiligenhaus. Die Stelle ist ausgeschrieben, konnte aber noch nicht besetzt werden.

Ausschuss-Mitglied Reiner Heinz (WG) mahnte jedoch bereits, dass es zu einem Stillstand bei der Stadtentwicklung kommen könnte. "Wir müssen uns Gedanken machen, ob wir nicht personell nachsteuern müssen, vielleicht auch temporär." Mit dieser Einschätzung traf er bei so manchem auf Zustimmung im Stadtentwicklungsausschuss.

Andere appellierten, junge Leute durch ein gutes Betriebsklima zu gewinnen: "Eine kleine Stadt wie Wülfrath wird es immer wieder schwer haben, gute Kräfte vor Ort zu binden." Axel Effert (CDU) sieht bei dem Problem ebenso die Politik in der Pflicht. Sie sollte auch einmal den Mut haben, der Verwaltung nicht in alles hineinzureden. Es müssten nicht immer gleich fünf Alternativen erarbeitet werden. "Das kostet Arbeitskraft."

Nun, die Personalmisere wird die Debatte nicht lösen. Sie zeigt aber, dass die Politik ernsthaft über eine Lösung diskutiert - und zwar dort, wo die Erörterung hingehört: im Fachausschuss. Bei der nächsten Sitzung soll es dazu einen Extra-Tagesordnungspunkt geben. Endlich.

guenter.tewes@rheinische-post.de

(RP)