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Kreis Mettmann: Plan: Regiobahn rauscht an Erkrath vorbei

Kreis Mettmann : Plan: Regiobahn rauscht an Erkrath vorbei

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr prüft, seine Taktzeiten zu ändern. Die Regiobahn würde einmal pro Stunde den Bahnhof Erkrath Nord sowie den Haltepunkt Dornap-Hahnenfurth auslassen. Der Kreis will das verhindern.

Martin Richter plagen dunkle Vorahnungen: "Wenn das wirklich wahr wird, werden wir in ganz Deutschland ausgelacht." Mit "wahr werden" meint der Kreisdirektor eine Machbarkeitsstudie des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr. Die sieht vor, dass die S-Bahnen künftig im sogenannten 15/30 Takt verkehren. In den Hauptverkehrszeiten sollen die Linien vier Mal pro Stunde fahren, abends alle halbe Stunde.

Noch ist es zwar nur eine "Machbarkeitsstudie", doch das hätte massive Auswirkungen auf zwei Linien im Kreis Mettmann. Kurz gefasst: Die Regiobahn würde einmal pro Stunde nicht mehr am Bahnhof Erkrath Nord halten. Auch am Bahnhof Dornap-Hahnenfurth würden die Fahrgäste einmal pro Stunde bewundern dürfen, wie die Regiobahn ohne am Bahnsteig anzuhalten an ihnen vorbeirauscht. Das Ganze hat laut Verkehrsverbund einen Sinn: Die Bahn wäre nämlich drei Minuten schneller in Wuppertal. Richter ist damit überhaupt nicht einverstanden. "Wir bauen den Bahnhof Hahnenfurth mit Mitteln des Landes aus. Dazu gehören Busbuchten und Inseln. Wie sollen wir denn den Bürgern vermitteln, dass dort jede dritte Bahn nach Wuppertal nicht fährt", sagt Richter. Nicht viel besser sieht es am Haltepunkt der Regiobahn in Erkrath Nord aus. Dort würde dann ein 20/40 Takt gelten. Der Kreis befürchtet, dass so ein "unattraktives und schlecht zu merkendes Angebot" für die Kunden zu erwarten ist. Der VRR halte das für akzeptabel. Hinzu kommt: Der Haltepunkt Erkrath Nord wird auch vom Erkrather Bürgerbus angefahren, der seit etwa vier Jahren die schlecht zu erreichenden Stadtteile miteinander verbindet. Die Fahrer des Bürgerbusses würden dann keine Chance mehr haben, Fahrgäste am Bahnhof Erkrath Nord aufnehmen können. Der Bürgerbus fährt nur einmal in der Stunde.

Die Verlängerung der Regiobahn nach Wuppertal Hauptbahnhof im 20-Minuten-Takt und die Eröffnung des in diesem Zuge neu zu errichtenden Haltepunktes Dornap-Hahnenfurth/Düssel ist für Dezember 2016 geplant.

Eine Realisierung der Studie würde bedeuten, dass das Angebot in Dornap-Hahnenfurth nach nur drei Jahren durch eine Reduzierung von drei auf zwei Halte pro Stunde zu einem unregelmäßigen und für die Fahrgäste unattraktiven 20/40-Takt führen würde. Das widerspreche aber ganz und gar den Zielen des Kreises Mettmann, den Bürgern einen attraktiven Haltepunkt in Wülfrath anbieten zu können. Darüber hinaus wäre so die Einrichtung eines Zubringer-Dienstes zwischen der Wülfrather Stadtmitte und Dornap so gut wie überflüssig. Beeinflussen würde die Taktumstellung auch die S-Bahnlinie 9 mit Halt in Wülfrath Aprath. Dort würde nur noch zwei Mal, statt wie bislang drei Mal pro Stunde eine S-Bahn halten. Der Kreis Mettmann hat erhebliche Bedenken. "Auch wenn mir Martin Husmann, Vorstandssprecher des VRR, vor wenigen Tagen noch persönlich versichert hat, es handle sich nur um eine Studie", sagt Richter.

Die Mitglieder des ÖPNV-Ausschusses lehnten die Taktumstellungen einstimmig ab. Der Kreis soll sich mit dem VRR zusammensetzen und auf die Beibehaltung der bisherigen Takte bestehen. Spätestens im Frühjahr nächsten Jahres wird eine Entscheidung fallen.

(RP)