Mettmann: Pflegeheim einst Hospital

Mettmann : Pflegeheim einst Hospital

Das Haus St. Elisabeth an der Düsseldorfer Straße feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Eine Festschrift erinnert an die Anfänge der Einrichtung und an das Ende des Katholischen Krankenhauses.

Das Haus St. Elisabeth an der Düsseldorfer Straße feiert in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Es gibt eine Reihe von Festveranstaltungen. Eine reich bebilderte Festschrift berichtet über die wechselvolle Geschichte dieses Hauses.

Dank großzügiger Spenden konnte das Haus in Trägerschaft der Pfarre St. Lambertus am 19. November 1909 eingeweiht werden. Schon 1891 waren die ersten Nonnen, die Elisabeth Schwestern, nach Mettmann gekommen. Sie gaben dem damaligen Krankenhaus und heutigem Pflegeheim den Namen der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Im Laufe der Jahrzehnte hat das Haus mehrere Umbauten und Erweiterungen erfahren. In den Zeiten war der damalige Pfarrer Karl Simon Weiß für die Geschicke zuständig.

Bettenüberhang festgestellt

In der Festschrift erinnern sich Zeitzeugen an die wechselvolle Geschichte: Da ist Horst W. Nierhaus, erster und langjähriger Geschäftsführer. Mit ihm kam die Verwaltung von den Nonnen in weltliche Hände. Im Gespräch sagte er zum Umbruch: "Damals wurde wie anderswo so auch in Mettmann ein Bettenüberhang festgestellt. Da war es für mich klar, dass das katholische Krankenhaus dran glauben musste." Der heutige Geschäftsführer des Hauses Stefan Wigge, ist Nierhaus sehr dankbar, dass er dem Haus bis heute die Treue gehalten hat. Haustechniker Georg Finkelmeier erlebte und überlebte den Übergang vom Krankenhaus zum Senioren- und Pflegezentrum. Nach seiner beruflichen Zeit engagiert sich Georg Finkelmeier bis heute ehrenamtlich. Er fährt Menschen im Rollstuhl in die Stadt, kegelt mit Bewohnern und macht mit ihnen Touren bis in die Eifel. Schließlich kommt auch Monsignore Heribert Peters, damals in der Zeit des Umbruchs vom Krankenhaus zum Senioren- und Pflegezentrum, als Zeitzeuge zu Wort. Er hat die schwere Zeit der Schließung des Katholischen Krankenhauses durchgestanden. Als Vorsitzender des Kirchenvorstands musste er immer wieder feststellen, dass Vorschläge seines Gremiums vom Generalvikariat abgelehnt wurden: "Irgendwann war ich es leid und bat Norbert Feldhoff, den Generalvikar, nach Mettmann zu kommen." Noch heute hat Heribert Peters den Schlusssatz des "Generals" im Ohr: "Wenn das Haus in die roten Zahlen kommt, wird das Erzbistum keinen Heller zum Erhalt beisteuern!" Verstandesmäßig musste er die Schließung 1988 akzeptieren: "Meine Gefühle schwankten zwischen Trauer, Entrüstung und ohnmächtiger Wut, vor allem, wenn ich daran dachte, für wie viele alte Mettmanner das eine tiefe Verletzung bedeuten würde. Übrigens, der Kirchenvorstand zeigte sich ebenso tief betroffen." Nach den Sonntagsmessen erklärte Heribert Peters den Gläubigen die, wenn auch ungewohnt, in den Kirchenbänken sitzen blieben, den jeweils aktuellen Stand. Schon in der Umbruchzeit war es den Verantwortlichen ein Herzensanliegen, den karitativen Dienst in der Gemeinde vorzuhalten.

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Beschluss des Kirchenvorstandes

Einstimmig war der Beschluss des Kirchenvorstands von St. Lambertus vom 19. März 1988 mit Genehmigung des Generalvikariats das Krankenhaus am 30. Juni 1988 zu schließen und es in eine Einrichtung der stationären Altenhilfe umzuwandeln. Der Kirchenvorstand entschied sich für das Konstrukt eines sogenannten wirtschaftlich selbständigen Sondervermögens der katholischen Kirchengemeinde St. Lambertus mit Verwaltungsrat.

(RP)
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