Pfarrer nimmt Stellung zu den Missbrauchsvorwürfen

Interview : „Danach herrschte erst einmal Schweigen“

Die Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Kreisdechanten von Mettmann, Ulrich Hennes, beschäftigen auch Herbert Ullmann, Pfarrer von St. Lambertus. Er weilt Dienstag und Mittwoch auf der Diözesankonferenz der Leitenden Pfarrer in Bensberg, wo den Teilnehmern die Nachricht überbracht wurde.

Herr Ullmann, welche Fragen richten Gemeindemitglieder jetzt an Sie?

Ullmann Als Kollegen bin ich ihm häufiger begegnet, aber unsere Ortsgemeinde hatte wenig mit ihm zu tun, eher schon die Kirchenverwaltung. Ich kann nur sagen, dass die Gemeinde sehr offen, aber auch unaufgeregt mit der aktuell vorgelegten Missbrauchsstudie umgegangen ist. Daher erwarte ich auch jetzt keinen großen Aufschrei.

Was hat die Nachricht in Ihnen ausgelöst?

Ullmann Ich finde das entsetzlich. Es gilt die Unschuldsvermutung. Ich kenne leider auch Kollegen, die zu Unrecht beschuldigt worden sind, aus zwielichtigen Gründen. Und sind solche Vorwürfe erst einmal im Raum, bleibt immer was kleben.

Wie haben Sie von den Vorwürfen erfahren?

Pfarrer Herbert Ullmann zu den Missbrauchsvorwürfen. Foto: Dietrich Janicki/Janicki, Dietrich (jd-)

Ullmann Wir wurden am Dienstagmorgen um 11 Uhr vom Generalvikar informiert, der zuvor mit dem Stadtdechanten gesprochen hatte. Danach herrschte erst einmal Schweigen. Die Transparenz, die Kardinal Woelki jetzt herstellt, spricht dafür, dass wir im Erzbistum einen Umgang mit dem Thema haben, der Vertuschung verhindert.

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