An(ge)dacht Kirchentritte überall

Ausgelöst nicht zuletzt durch die Vorgänge im Erzbistum Köln herrscht ein allgemeines Aus-, Nach- und Niedertreten. Besonders laut: der Ruf nach Rücktritt.

 Pastor Sebastian Hannig

Pastor Sebastian Hannig

Foto: Marcel Derksen

Die Kirchenaustritte erreichen neue Höchstzahlen. So ist für viele der Gang zum Bürgeramt gleichzeitig ein Tritt aus der Kirche. Überhaupt zeigt die öffentliche Darstellung der Kirche - fokussiert auf das Erzbistum Köln - ein Bild von gegenseitigem Hauen und Treten. Die sogenannte Institution  Kirche, ein Machtkoloss, der schon lange auf tönernen Füßen schwankte, ist mittlerweile in der Öffentlichen Meinung gefallen. Die Kirchenleitung, der man nachsagt, sie habe in Vergangenheit nach unten getreten, um eigene Machtansprüche über Wasser zu halten, liegt größtenteils am Boden. Und wie so oft, wenn ein Widersacher darniederliegt, nutzt manch einer die Chance, drauf- und nachzutreten. Solch eine Reaktion entlädt sich bei einigen aufgrund des aufgestauten Zornes. Für andere, die sich bisher nicht aus der Deckung wagten, ist es jetzt möglich, einem geschwächten Gegner entgegenzutreten. Und viele folgen einfach nur dem allgemeinen Trott bzw. Tritt, weil es leichter ist, über die Kirche zu schimpfen, wenn es scheinbar alle anderen auch tun. Wohin man schaut, Kirchentritte überall.