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Pandemie in Mettmann: Kinderärztin muss Impftermine absagen.

Impfstoff nicht geliefert : Kinderärztin in Mettmann muss Impftermine absagen

Zur Corona-Impfung von unter 30-Jährigen darf nur Biontech verwendet werden, Moderna kommt nicht in Frage. Das sorgt in Mettmann für Probleme: Eine Ärztin hat 30 Biontech-Dosen bestellt – aber keine erhalten.

Elena Adolphs ringt um Fassung. „Zur Zeit vergeblich“, wie sie sagt. Eigentlich sollte ihr zwölf Jahre alter Sohn in diesen Tagen seine zweite Schutzimpfung gegen Corona erhalten. Der Termin bei der Mettmanner Kinderärztin Dr. Brigitte Biggemann stand seit Wochen fest. Doch dann hat die Ärztin diesen – und alle weiteren Impftermine für angehende Jugendliche absagen müssen. „Wir hatten 30 Impfdosen von Biontech bestellt und keine einzige bekommen“, beklagt Brigitte Biggemann.

„Die Ärztin hat uns an die Impfstellen des Kreises verwiesen, sie könne leider nichts für uns tun“, sagt Elena Adolphs. Ihr Zwölfjähriger ist enttäuscht. Er hatte sehr auf seine zweite Impfung gehofft, um spätestens in zwei Wochen wieder mehr Freiheiten zu bekommen. Ohne einen festen Impftermin bei der eigenen Ärztin droht ihm und zahlreichen jungen Menschen nun stundenlanges Warten vor einem Impfzentrum. Und vielfach sei auch dort nicht gesichert, dass genug Biontech Impfstoff vorhanden sei.

Der Präsident des Bundesverbands für Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Dr. Thomas Fischbach, nennt die plötzliche Knappheit von BionTech-Impfstoff eine „Impfbremse“ und einen Skandal. Menschen unter 30 könnten nicht einfach auf Moderna umschwenken, wie der Geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfohlen hat. Denn die Ständige Impfkommission, Stiko, hat am 18. November vor einer Verwendung von Moderna bei Menschen unter 30 gewarnt: „Neue Sicherheitsdaten haben gezeigt, dass bei jungen Menschen nach Impfungen mit dem Impfstoff Spikevax von Moderna häufiger seltene Nebenwirkungen, wie Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen (Myo- und Perikarditiden), beobachtet wurden als nach der Impfung mit BioNTech/Pfizer.“

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„Ich habe nicht bloß auf einen Lieferanten vertraut, sondern einen Großhändler kontaktiert und bei mehreren Apotheken angefragt, vergeblich“, schimpft Kinderärztin Biggemann. Ihrem Ärger über den ausbleibenden Impfstoff hat sie in einem Brief an Landesgesundheitsminister Laumann Luft gemacht. Der Mangel ist kein Einzelfall, so der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Erst seien die Lieferungen für Kinderärzte auf 30 Dosen Biontech-Impfstoff pro Praxis pro Woche reduziert worden. Und jetzt werde nicht einmal diese unzureichende Menge ausgeliefert. BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach greift zu einem Vergleich, um die „absurde“ und „inakzeptable“ Fehlentscheidung des Bundesgesundheitsministers zu brandmarken: „Genauso gut könnte man der Feuerwehr das Löschwasser rationieren bei einem Großbrand.“

Elena Adolphs tut das Hin und Her um die in diesen Tagen so wichtige Impfung für ihren Sohn leid. Der habe täglich davon erzählt, dass er schon bald den kompletten Impfschutz gegen das Corona-Virus besäße. Nun sei er natürlich durch die Absage bitter enttäuscht worden. us einer Mutter sagte die Mettmannerin habe sie überhaupt kein Verständnis für diese Art der staatlichen Sanktionierung: „So werden wir diese Pandemie nicht in den Griff bekommen. Man kann nicht auf der einen Seite sagen, dass die Menschen sich impfen lassen sollen – und auf der anderen Seite dann den Impfstoff nicht bereitstellen.“