Mettmann/Erkrath/Wülfrath: Orkan Ela: Bürger holen Sturmholz ab

Mettmann/Erkrath/Wülfrath : Orkan Ela: Bürger holen Sturmholz ab

Die Stadt Mettmann hat auf dem Recyclinghof eine Holz-Ecke eingerichtet. Ebenso in Wülfrath. Dort haben die Bürger schon zugeschlagen und sich einen Heiz-Vorrat für den Winter angelegt. Gesamtschaden im Kreis: 12,5 Millionen Euro.

Die Baumschäden, die der Orkan Ela am Pfingstmontag in den Städten des Kreises angerichtet hat, sind noch nicht beseitigt. Auf städtischen Flächen und auf privaten Grundstücken liegen noch Äste und Bäume, die bislang nicht entfernt wurden.

"Wir werden noch mindestens zwei bis drei Wochen damit zu tun haben, bis wir alle abgebrochenen Bäume und Äste weggeräumt haben", sagt Mettmanns Fachdezernent Kurt-Werner Geschorec. Zwei Baumsachverständige unterstützen die städtischen Mitarbeiter in der Kreisstadt bei der Auflistung und Begutachtung der Schäden. "Wir haben zudem vier Unternehmen mit zehn Mitarbeitern beauftragt, uns bei Baumfällarbeiten und bei der Beseitigung des Sturmholzes zu unterstützen."

Geschorec kann zwar noch keine genaue Schadensliste präsentieren. Doch er geht nach ersten Schätzungen davon aus, dass allein 500 städtische Bäume den Orkan nicht überstanden haben. Eine genaue Liste ist notwendig, um in den Genuss von Fördermitteln des Landes zu kommen, das die Kommunen unterstützen will.

Dabei geht es nicht nur um die zerstörten Bäume, sondern auch um die zusätzlichen Arbeitsstunden die Bauhof-Mitarbeiter und Feuerwehrleute geleistet haben. Das Sturmholz wird von den Mitarbeitern des Bauhofes und von Fachfirmen entsorgt. Den größten Teil nehmen die Baumfäll-Unternehmen mit. Der größte Teil wird zerhäckselt. Der Wert des Holzes wird in die Rechnung, die die Stadt bezahlen muss, eingerechnet, sagt Geschorec. Städtische Mitarbeiter haben in einer Ecke des Recyclinghofes einen Holzsammelplatz eingerichtet. Dort können Bürger kostenfrei Sturmholz abholen. "Derzeit sind aber alle Reserven aufgebraucht", sagt Geschorec.

Damit sind die Mettmanner zumindest wesentlich bürgerfreundlicher als die Nachbarn aus der Landeshauptstadt. Die Düsseldorfer hatten das Holz zwar auch "verschenkt", allerdings an das Bioabfallunternehmen KDM. Den Bürgern wurde untersagt, Holz mit zu nehmen. Das hat zu Protesten und Verstimmungen geführt.

In Wülfrath konnten sich die Bürger ebenfalls Sturm-Holz abholen. Die gefallenen Bäume wurden auf die Deponie Hammerstein gebracht und dort in haushaltsüblichen Mengen - sprich eine Anhängerladung pro Wülfrather - abgegeben. "Das waren etwa 60 Bäume, das Holz ist aber schon so gut wie weg", sagt Stadt-Sprecherin Franca Calvano. Man wolle nun auch keine besondere Werbung mehr machen, es gebe so gut wie nichts mehr. Darüber hinaus werde jeder Baum, der im Stadtgebiet umkippe, zur Deponie gebracht. Wieder ganz anders ist die Situation in Erkrath: Das Holz in Erkrath darf man nicht einfach wegnehmen, sondern muss erst nachfragen beim Tiefbauamt. In der Regel bekommen Privatleute eine positive Antwort. Im Willbecker Busch soll es mehrfach schon Privatleuten erlaubt worden sein, Holz einzusammeln. Wer allerdings ungefragt, Holzbruch für den heimischen Kamin mitnimmt, vergreift sich an städtischem Eigentum. Größere Mengen Holz werden von der Stadt verkauft. Derzeit sind Privatfirmen dabei, das Holz abzutransportieren.

Unterdessen sind beim Kreis Mettmann fast alle Schadensmeldungen aus den Städten eingegangen. Derzeit belaufen sich die Schäden durch das Orkantief "Ela" bei 12,5 Millionen Euro. Die Schadenssumme wird nun an Innenminister Ralf Jäger weiter gereicht, der eine unbürokratische Bearbeitung angekündigt hatte. Der Kreis Mettmann setzt für die Instandhaltung von Wegen, Verkehrszeichen, Leitplanken etc. eine Summe von 400 000 Euro an. Weit höheren Schäden gibt die Stadt Ratingen an, die stark betroffen war.

(RP)