Mettmann: Öl-Fund macht Seibelquerspange teurer

Mettmann : Öl-Fund macht Seibelquerspange teurer

An der Baustelle gibt es Probleme mit dem Setzen der Bohrpfähle. Es entstehen Mehrkosten in sechsstelliger Höhe.

Bei den Brückenbauarbeiten für die Seibelquerspange sind die Arbeiter auf eine ölhaltige Flüssigkeit gestoßen. Das Öl, so berichtete Abteilungsleiter Stephan Kopp im Bauausschuss, sei in einer "Mächtigkeit aufgetreten", die man nicht für möglich gehalten habe. Ob Heizöl oder Diesel lasse sich nicht mehr feststellen.

Die Ölproblematik ist übrigens nicht neu. Am Baubetriebshof hatte die Stadt zehn Jahre lang eine Grundwasserreinigungsanlage betrieben. "Im Laufe der Jahre sind dort mehrere Tausend Liter Öl aufgenommen worden", sagt Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec. Nachforschungen, woher das Öl kommt, verliefen bislang negativ. "Wir hatten bei der Rheinbahn und bei der Spedition Jachmann nachgefragt, allerdings haben diese Nachforschungen zu keinem verwertbaren Ergebnis geführt", sagt Geschorec. Das Öl stammt vermutlich aus dem Gelände am Schellenberg. Bei den Ausschachtungsarbeiten für die Wohnhäuser stießen die Arbeiter bereits auf alte Öltanks. Dort befanden sich früher Produktionsstätten von Immalin und von der Aluminiumschmelze Seibel.

Hinter dem Baubetriebshof wird die Seibelquerspange mit einer dreifeldrigen Stahlbetonbrücke über die Deponie der Altlastenhalde geführt. Der Untergrund hat eine problematische Struktur. Teilweise felsig, teilweise weich wie Pudding. "Wir haben Schwierigkeiten gehabt, die Bohrpfähle in den Boden zu rammen", sagt Kopp. An gewissen Stellen sei man nicht weiter gekommen. Als das Öl auftrat, wurden die Arbeiten gestoppt.

Mit Experten hat man eine Lösung gefunden. Für die Gründung von acht Bohrpfählen muss mit einem besonderen Verfahren gearbeitet werden. "Die Baufirma muss das Bentonierverfahren (Stützflüssigkeit zur Abdichtung) anwenden, um die Flüssigkeit zu stoppen." Dies werde zwei Wochen in Anspruch nehmen, sagte Kopp. Für die Hammerbachbrücke müssen ebenfalls noch 16 Bohrpfähle gesetzt werden. Die Stadt muss übrigens in diesem Zusammenhang für den Schutz des Grundwassers sorgen und Beobachtungsbrunnen bohren.

Doch das ist nicht die einzige Überraschung, die beim Bau der Seibelquerspange aufgetreten ist. Rund um und sogar unter dem Gebäude des Altenheims "Carpe diem" entdeckten die Arbeiter Hohlräume. Die hatten die Stadt und die Baufirma nicht auf dem Zettel. Diese Hohlräume und Keller stammen aus der Zeit, als das Gelände von der Firma Seibel noch industriell als Aluminiumschmelze genutzt wurde. Die Stadt musste auf eigene Kosten die Hohlräume verfüllen.

Direkt vor dem Seniorenheim "Carpe Diem" ist eine Stützwand betoniert worden. "Wir mussten das Haus absichern, weil wir nicht wissen, ob sich noch weitere Hohlräume unter der Bodenplatte des Gebäudes befinden", sagte Stephan Kopp. Auf die Stadt kommen durch diese "Bodenfunde" (Öl und Hohlräume) Mehrkosten für die Seibelquerspange zu. "Es wird eine sechsstellige Summe sein", sagt Kopp. Allerdings sei der Kostenplanung für den Bau der Seibelquerspange so ausgelegt, dass diese Summe zu stemmen sei, ohne das Budget zu überziehen.

Demnächst beginnen die Arbeiten am ehemaligen Buswendeplatz an der Schwarzbachstraße. Dort soll die Seibelquerspange in die Schwarzbachstraße und Nordstraße münden.

In diesem Zusammenhang sind auch Kanalbauarbeiten nötig. In den Osterferien kommt es aufgrund der Baustelle zu einer einseitigen Verkehrsführung mit Ampelschaltung, sagte Kopp.

(RP)
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