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Erkrath/Mettmann: Nur wenig halten sich ans Schritttempo

Erkrath/Mettmann : Nur wenig halten sich ans Schritttempo

Auf Druck der Politik nimmt die Stadt Erkrath "Spielstraßen" unter die Lupe: Bessere Beschilderung, mehr Kontrolle.

"Schritttempo" ist eine Geschwindigkeit, die viele Erkrather und Mettmanner offenbar nicht kennen. Deshalb fällt das Verkehrsschild Nummer 325 mit den spielenden Kindern auf blauem Grund nicht nur in Erkrath auf wenig fruchtbaren Boden. Ob Kirchberg oder Klosterstraße, Daniel-Schreber-Weg oder Am Kleff, Heinrich-Heine- oder Carl-Zuckmayer-Straße – zahlreiche Erkrather beschwerten sich im Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr, dass in ihren Straßen fast nie Schritttempo eingehalten werde. Kinder seien höchst gefährdet, Haustiere schon totgefahren worden, hieß es.

Deshalb rannten die Bürger mit Umweltverantwortung (BmU) mit ihrem Vorstoß, die Straßenschilder mit dem Zusatz "Schritttempo fahren" zu versehen, bei den Zuhörern im Versammlungssaal des Bürgerhauses offene Türen ein. Nicht aber bei der Verwaltung. Heinz-Peter Heffungs, Chef des Tiefbauamtes, klärte sein teilweise erstauntes Publikum auf, dass Zusätze zu Verkehrsschildern in NRW unzulässig seien. "Jedes Verkehrsschild ist selbsterklärend und braucht keine Erläuterung", sagte er. "Die Bedeutung des Zeichens 325 Straßenverkehrsordnung wird seit Jahrzehnten in der Führerscheinausbildung vermittelt", klärte er auf.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, auf die Schnellfahrer einzuwirken. Wenngleich, so die Verwaltung, es meist die Anwohner selbst seien, die eigene Kinder oder die der Nachbarn gefährdeten, weil sie einfach zu schnell unterwegs seien. Genau diese sollen nun von der Stadt über das Verhalten in so genannten Spielstraßen mit einem Flugblatt aufgeklärt werden. Auch eine zweite Messtafel wird die Stadt Erkrath auf Drängen der Politik anschaffen. Das sind jene Leuchttafeln, die jedem Einzelnen anzeigen, wie schnell er gerade fährt und allein dadurch schon abschreckend wirken. Christian Ritt von der BmU plädierte dafür, die Daten der Messtafeln zu speichern und unbedingt auch auszuwerten, um zu sehen, wie schnell tatsächlich in den verkehrsberuhigten Bereichen gefahren würde. Die zweite Tafel, die zwischen 3000 und 5000 Euro kostet, soll von Sponsoren bezahlt werden. Die BmU und die FDP wollen mit Geldspenden als gutes Beispiel vorangehen.

Generell will die Stadt Erkrath von ihrem "Straßenbegeher" den Standort der Schilder überprüfen lassen. Am Daniel-Schreber-Weg beispielsweise und am Bruchhauser Weg seien die Schilder kaum zu sehen, erklärten einige besorgte Eltern. Auch auf zusätzlich Polizeikontrollen will die Stadt hinwirken.

Übrigens: Wer auf seinem eigenen Grundstück, beispielsweise im Vorgarten, ein entsprechendes Hinweisschild auf die Verkehrsberuhigung anbringen will, darf das. Das Schild Nr. 325 besagt: Wer ein Fahrzeug führt, muss mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Wer ein Fahrzeug führt, darf den Fußgängerverkehr weder gefährden noch behindern; wenn nötig, muss gewartet werden. Wer zu Fuß geht, darf den Fahrverkehr nicht unnötig behindern. Wer ein Fahrzeug führt, darf außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen nicht parken, ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen und zum Be- oder Entladen. Wer zu Fuß geht, darf die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen; Kinderspiele sind überall erlaubt.

(RP)