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Neues Zentrum für Gefahrenabwehr im Kreis Mettmann übergeben.

Zentrum für Gefahrenabwehr in Mettmann : „So etwas hat noch nie jemand gebaut“

Das Gefahrenabwehrzentrum des Kreises Mettmann wurde am Mittwoch feierlich übergeben. In dem sechsgeschossigen Neubau sitzen Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz Tür an Tür.

Unverputzte Wände, offene Leitungen, Feuer im Treppenhaus: Solch einen Neubau übernahm Landrat Thomas Hendele am Mittwoch – und zwar wohl gelaunt. Das neue Gefahrenabwehrzentrum des Kreises Mettmann bringt alle zusammen, die die Bevölkerung schützen sollen. In dem sechsgeschossigen Neubau am Adalbert-Bach-Platz in Mettmann sitzen die Leitstellen von Polizei und Feuerwehr, die Notarztwache sendet Hilfe bei medizinischen Notlagen, es gibt ein Feuerwehr-Übungszentrum, die Feuerwehrschule des Kreises Mettmann und Büroräume für den Brand- und Katastrophenschutz.

Alles zusammen auf 8000 Quadrat­metern und weitgehend barrierefrei. Mit geplant fast 29.1 Millionen Euro Baukosten handelte es sich um nicht weniger als die größte Investition des Kreises Mettmann in den zurückliegenden 206 Jahren. Und dass Landrat Hendele so strahlte, selbst als er mit Genuss ausführliche elf Minuten lang die Liste der Ehrengäste vorlas, liegt im wesentlichen an zwei Fakten: Der Neubau blieb um 800.000 Euro unter den ursprünglich veranschlagten Baukosten. Und er wurde drei Monate eher fertig als geplant. Zufrieden konstatierte Hendele in Abwesenheit des nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul, das solle dem Kreis Mettmann erst mal einer nachmachen. Mit dem Flughafen in Berlin oder der Elbphilharmionie in Hamburg waren die Gegenbeispiel ganz beiläufig erwähnt.

 NRW-Innenminister Herbert Reul eilte trotz der anschließenden Wahl des neuen Ministerpräsidenten zur Einweihung herbei.
NRW-Innenminister Herbert Reul eilte trotz der anschließenden Wahl des neuen Ministerpräsidenten zur Einweihung herbei. Foto: Köhlen, Stephan (teph)
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Das Konzert der Einsatzkräfte kann dank des in nur 23 Monaten Bauzeit errichteten Gefahrenabwehrzentrums völlig neu aufspielen. „Wie wichtig das ist, haben wir spätestens während der Flut gelernt“, sagte Landesinnenminister Herbert Reul. Der Kreis Mettmann habe seine Leitstellen und Einrichtungen des Katastrophenschutzes nicht einfach bloß modernisiert, sondern mit dem Zentrum einen Meilenstein gesetzt, von dem er nun im ganzen Land berichten könne.

Gemessen am politischen und planerischen Vorlauf war die Bauzeit von knapp zwei Jahren eigentlich das geringste Übel – erschloss sich den anwesenden Politikern, Verwaltungsspitzen und Leitenden aus Polizei und Feuerwehr während des Rückblicks auf das Projekt. Die Reise begann mit einem ersten Kreistagsbeschluss im Jahr 2015. Kreisdirektor Martin M. Richter habe den Hinweis auf den heutigen Standort gegeben. Ursprünglich wollte dort das Land NRW ein Gebäude für die Finanzverwaltung errichten. Der Kreis habe das 4300 Quadratmeter große Grundstück dem Land abgekauft.

Während die Kreisfeuerwehr einige Jahre in einem Provisorium untergebracht war, entstand Zug und Zug die Idee, die Leitstellen, die Feuerwehr-Aus- und Weiterbildung und die Verwaltung des Katastrophenschutzes in einem Haus zusammenzufassen. Hendele: „Solch ein Gebäude hat noch niemals jemand zuvor gebaut.“ Natürlich habe er zwischenzeitlich Bedenken gehabt, ob das denn alles gut gehen könne. Das Ergebnis spreche jetzt für sich.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit seien die Leitstellen in das neue Gebäude gezogen. „Alle Anrufe über die 110 und die 112 im Kreis Mettmann laufen jetzt hier ein.“ Die digitale Technik hatte sich in den Hochwassergebieten im Juli als nicht krisenfest erwiesen. Oftmals fiel der Digitalfunk aus. Laut Innenminister Herbert Reul kann das in Mettmann nicht passieren. Die Technik sei redundant angelegt. In dem Bau seien 80 Kilometer Stromkabel und 75 Kilometer Datenkabel verlegt worden, sagte der für den Bau zuständige Unternehmer Michael Freundlieb. Architekt Jürgen Bahl wünschte dem Haus, „dass es jetzt Gebrauchsspuren bekommt.“ Das Gefahrenabwehrzentrum sei ja kein Ausstellungsstück, sondern dazu da genutzt zu werden.