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Wülfrath: Neues Einkaufserlebnis in Wülfrath

Wülfrath : Neues Einkaufserlebnis in Wülfrath

Kunden und Kaufleute loben den neuen Anger-Markt bei der Mobilen Redaktion der RP. Beklagt wurde vor allem fehlende Beschilderung: Wo geht es zum Fahrstuhl? Wo sind Toiletten? Wo sind Einkaufswagen-Stationen?

Als Christa Jachow zum ersten Mal durch den Anger-Markt schlenderte, war sie begeistert. Der Edeka mit toller Warenauswahl, die vielen Geschäfte und dazu die ansprechende äußere Fassade, die alle früheren Kritiker Lügen strafe. Mit dem neuen Einkaufserlebnis habe die Stadt einen großen Schritt zur Attraktivierung der Stadt getan, lobte sie in der Mobilen Redaktion der RP. Doch auch die Wülfratherin hat kleine Schönheitsfehler entdeckt, die es noch zu beheben gelte. So suche sie eine als solche auch ausgezeichnete öffentliche Toilette. "In der letzten Ecke der Bäckerei ist das ja nicht okay", sagt sie.

 "Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, trauen sich nicht auf das Rollband zwischen Ober- und Untergeschoss", sagte Franz Wormer im Gespräch mit RP-Redakteur Jochen Delphendahl.
"Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, trauen sich nicht auf das Rollband zwischen Ober- und Untergeschoss", sagte Franz Wormer im Gespräch mit RP-Redakteur Jochen Delphendahl. Foto: Janicki, Dietrich (jd-)

Ebenso hoffe sie auf mehr auswärtige Besucher, die den Weg in die neue Mitte Wülfraths finden sollen. Auch wenn für sie ein grundlegendes Geschäft im Branchenmix fehlt: "Wir bräuchten hier im Anger-Markt noch einen Schuhdiscounter." Findet auch Sabine Pauluhn mit Tochter Lena. "Bei Schuhen wäre ein wenig mehr Konkurrenz in Wülfrath gut", aber auch sie findet: "Der tolle Edeka-Markt und die zentrale Lage mit den Parkplätzen wird viele anlocken."

Aus Wuppertal direkt am ersten Wochenende angelockt wurde Karl Heinz Gutfreund. Ihm ist die Fassade des Anger-Marktes zu nüchtern und modern. Doch er schlendert gerne durch die Ladenpassagen. Er hoffe, dass die sanierte Innenstadt auf der Wilhelmstraße mit den vielen Einzelhändlern auch profitiere. "Man sieht es in vielen Städten, dass sie dann leider abgehängt werden."

Abgehängt fühlten sich einige Besucher am ersten Samstag, an dem alle Geschäfte im Center geöffnet hatten. Im Erdgeschoss gibt es noch keine Schilder, die auf den Fahrstuhl, das Treppenhaus und die Rolltreppe nach oben zu den anderen Ladenlokalen hinweisen. "Ohne sie finden viele Besucher gar nicht erst alle Angebote", findet Reiner Grizan aus Wülfrath.

Wer jedoch über den Parkplatz in die obere Etage geht, war meist begeistert. Ein voller Parkplatz, auf dem immer wieder Austausch stattfindet, und natürlich die kleinen Hundehaltestellen. Es sind kleine Karabinerhaken an den Pfosten vor den Geschäften. "Klasse, ich habe meinen Pully dort angebunden und konnte in Ruhe bei Aldi und bei Rossmann einkaufen gehen", sagt Margarete Koll.

Andreas Seidler freute sich, dass im Treppenhaus Wülfrather Ansichten die Wände schmücken. "Das zeigt die Verbundenheit mit der Stadt." Er habe viele Mettmanner in den vergangenen Tagen getroffen, die auf der Flucht vor der "problematischen" Kö-Galerie den Anger-Markt testeten. Nadja Laschet kam mit Mann und Kindern am Samstag in den Anger-Markt und war froh, "endlich einen gut sortierten Drogeriemarkt zu finden". Hier könne man vieles an einem Ort erledigen. Leidet darunter vielleicht der Wochenmarkt, weil viele wegen Obst, Gemüse und Fleisch vielleicht nicht mehr über die Goethestraße auf den Platz Am Diek finden? "Nein, dort sind Stammkunden und ein Wochenmarkt ist immer noch was Besonderes", sagt sie.

Jürgen Busse, 35 Jahre selbst im Wülfrather Einzelhandel tätig, revidiert manche Kritik, die er im Vorfeld geübt hatte. "Das ist etwas Gutes und kein Schuhkarton geworden."

Probleme haben viele Kunden nur noch mit der verwirrenden Handhabung der Einkaufswagen von Aldi und Edeka. Obwohl auch auf dem Parkdeck Abstellflächen für Edeka-Wagen aus dem Erdgeschoss sind, bleibt Verwirrung bei manchen Kunden. Auch hier mahnen viele eine bessere Ausschilderung an.

(RP)