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Erkrath: Neuer Leiter des Planungsamts

Erkrath : Neuer Leiter des Planungsamts

Alexander Weis arbeitet schon seit acht Jahren als Raumplaner für die Stadtverwaltung. In dieser Woche hat er die Nachfolge von Werner Rutz an der Spitze der Behörde angetreten.

Als Alexander Weis noch ein wenig mehr Zeit hatte, spielte er gerne Schlagzeug. Kräftig auf die Pauke haut heute höchstens noch sein fünfjähriger Sohn, denn der 40-jähriger Familienvater hat nun alle Hände voll zu tun. Seit dieser Woche leitet der gebürtige Meckenheimer das Erkrather Planungsamt. "Meckenheim ist ähnlich wie Hochdahl für Düsseldorf eine Entlastungsstadt für Bonn", sagt Alexander Weis, der mit seiner Familie in Köln wohnt.

Großprojekt Posemarré

Studiert hat Alexander Weis in Dortmund, dort lernte er Stadt- und Raumplanung unter Einbeziehung von Umwelt- und Verkehrsfaktoren kennen. Im Jahr 2001 hat er nach einem Referendariat bei der Stadtverwaltung in Solingen an der Hochdahler Schimmelbuschstraße als Raum- und Städteplaner angefangen zu arbeiten.

Zuständig für die Stadtteile Alt-Erkrath und Unterfeldhaus kam mit der Umgestaltung der Industriebrache Posemarré fast direkt das erste Großprojekt auf den jungen Ingenieur zu, das ihn bis heute beschäftigt. "Das Werkstattverfahren mit der Bürgerbeteiligung war sehr interessant", sagt Weis, der für Ideen und Anregungen von Bürger zu Bauprojekten offen ist. Mit Bürgeranregungen aber auch Bedenken wird er sich auch demnächst wieder beschäftigen müssen, denn mit der Umgestaltung des Geländes der ehemaligen Realschule an der Schmiedestraße in Hochdahl steht das nächste größere Bauvorhaben an. Dort sind Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser geplant. Dazu kommen etwa dreigeschossige Wohnungen. "Das Projekt Schmiedestraße steht unter dem Aspekt Mehrgenerationenwohnen", sagt Weis. Vier Architekturbüros werden an den Entwürfen arbeiten, die den Bürgern vorgestellt und mit ihnen diskutiert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit wird die Steuerung des Einzelhandels in den Gewerbegebieten sein. Ein Thema, das man stadtplanerisch nicht unterschätzen sollte.

Jüngstes Beispiel ist die geplante Ansiedlung des Discounters Lidl im Gewerbegebiet Unterfeldhaus. Hätte die Stadt nicht ein Einzelhandelskonzept, das zentrenrelevantes Angebot im Gewerbegebiet verbietet, hätte der Markt genehmigt werden müssen. "Das hätte sich aber negativ auf die Geschäfte am Neuenhausplatz ausgewirkt".

Nicht nur Juristen, auch Stadtplaner sind gefragt, um solche Konzepte gerichtsfest zu machen. Lidl hatte nämlich geklagt und vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf den Kürzeren gezogen. Genug zu tun also für den Neuen, der eigentlich schon fast ein alter Hase in Erkrath ist.

(RP)