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Erkrath: Neuer Chef bei der Baugenossenschaft

Erkrath : Neuer Chef bei der Baugenossenschaft

Michael Henseler, geschäftsführender Vorstand in der Wohnungsbaugenossenschaft Erkrath, hat viel zu erledigen. Modernisierung, Fassadensanierung am Kalkumer Feld und die Anlage von Grünstreifen vor den Häusern an der Schlüterstraße stehen an.

Michael Henseler, geschäftsführender Vorstand in der Wohnungsbaugenossenschaft Erkrath, hat viel zu erledigen. Modernisierung, Fassadensanierung am Kalkumer Feld und die Anlage von Grünstreifen vor den Häusern an der Schlüterstraße stehen an.

Der Chefposten hat ihn gereizt. Genau drei Tage ist Michael Henseler heute geschäftsführender Vorstand bei der Wohnungsbaugenossenschaft Erkrath. Der 37-Jährige löste Hans-Erich Hungenberg ab, der in Rente ging. Die Traditions-Genossenschaft liegt ihm am Herzen. "Wir kümmern uns vornehmlich um den Bestand. Neubauten sind momentan nicht geplant", sagt er. Man wolle den 1300 Mitgliedern vor allem günstige Mieten sichern. Mit 4,65 Euro pro Quadratmeter seien sie erschwinglicher als Wohnungen aus Privathand oder von Gesellschaften, die Profit machen müssten.

In diesem Jahr wird die Wohnungsbaugenossenschaft 60 Jahre alt. Die meisten Mietshäuser stammen aus den Anfangszeiten. 80 Prozent sind bereits saniert. Der Rest wird jetzt nach und nach in Angriff genommen. Besonders der altengerechte Ausbau – soweit möglich – liegt Henseler am Herzen. Breitere Türen, ebenerdige Duschen, höher angebrachte Toiletten. Treppen werden sich nicht vermeiden lassen. Das Durchschnittsalter der Bewohner liegt bei zurzeit bei 50 Jahren. "Wir müssen der Demografie Rechnung tragen", sagt er.

In Hagen hat Henseler bei der dortigen Baugenossenschaft in der Vermietung und im sozialen Dienst gearbeitet. Lange Jahre hat er selbst bei der Genossenschaft gewohnt und nur beste Erfahrungen gemacht. Für ihn ist die Wohnungsbaugenossenschaft ein Zukunftsmodell. "Die Menschen haben bei uns ein Dauerwohnrecht, und die Mieten sind bezahlbar", sagt er. "So etwas braucht jede Stadt." Leerstände gibt es bei der Wohnungsbaugenossenschaft in Erkrath nicht, aber Fluktuation. "Wir haben aber auch Wartelisten. Die Auswahl wird vor allem nach Zugehörigkeit zur Genossenschaft getroffen", sagt Henseler. Auch viele junge Leute hätten Interesse an preiswertem Wohnraum, der gut in Schuss sei.

Nicht nur die Fassaden der dreigeschossigen Mietshäuser am Kalkumer Feld aus den 1960er und 1970er Jahren werden durch Farbe in den nächsten Monaten erheblich aufgefrischt. Auch die Grünanlagen stehen auf dem Plan. Erst einmal ist die Schlüterstraße dran. Neues Pflaster, Pergolen, Müllboxen, Fahrradständer und neue Bäume, Sitzgelegenheiten sowie eine attraktive Bepflanzung sollen für Aufenthaltsqualität und einen hübschen Anblick sorgen. Henseler hat die Pläne von seinem Vorgänger übernommen und ist begeistert. Auch hinter den Häusern sollen die Grünanlagen aufgefrischt werden. 1,2 Millionen Euro will die Genossenschaft in die Arbeiten stecken. "Vielleicht müssen wir das Vorhaben über zwei Jahre strecken", sagt Henseler.

Das genossenschaftliche Prinzip ist Henseler wichtig, und deshalb soll in Zukunft auch der Zusammenhalt unter den Mietern gestärkt werden. Ein Kinderferien-Programm, Ausflüge für Senioren, Mieterfeste, Ehrungen und Jubiläen plant der Neue im Vorstand. So etwas wie eine kleine Mieterzeitung kann er sich auch vorstellen. Er will sich auch um Rabatte bei diversen Firmen für seine Mieter kümmern und für die Älteren Essen auf Rädern organisieren. "Wir möchten, dass alle so lange wie möglich in ihren Wohnungen bleiben können. Die soziale Verantwortung wird bei uns ganz groß geschrieben." Allerdings muss alles auch machbar sein. Immerhin betreuen sechs fest angestellte Mitarbeiter 958 Wohnungen.

(RP)