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Erkrath: Neue Krippe in Unterbach

Erkrath : Neue Krippe in Unterbach

Diakon Georg Braun hatte die Idee für die katholische Kirche St. Mariä Himmelfahrt.Ein Fenster wurde aus einer alten Kirche übernommen. Die Gemeinde half tatkräftig mit.

Eine große Krippe in einer großen Kirche. Die katholische Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt hat sich etwas getraut. Das ist keine Entscheidung mitten zwischen zwei anderen. Dazu braucht man Mut. Denn schließlich hängt an einer Krippe auch ein Stück Herzblut. Das war schon immer so, das soll so bleiben. Aber viel Unterbacher waren der Meinung, dass die ehemalige Krippe vor dem Altar dieser modernen Kirche zu klein ist. Und dass die Krippe an dieser Stelle vom eigentlichen Weihnachtsgeschehen ablenkt. Jetzt steht sie links neben Altar und Kirchenbänken. Sie ist eine Augenweide. Die Pfarrer Günter Ernst und Suitbert Junior sind angetan von der Schönheit. Diakon Georg Braun hatte die Idee.

Alle Figuren haben Gelenke

Und viele Gemeindemitglieder sind ihm begeistert gefolgt. Zunächst ging es ans Aussuchen der Krippenfiguren. Die Künstlerfirma Schreibmayer in München schickte eine hölzerne „Gelenkpuppen“-Maria, die das ganze Organisationsteam begeisterte. Eine schlichte Frau mit wunderschönen, ebenen Gesichtszügen, mit einfachen Kleidern. Da alle Figuren Gelenke haben, ist es kein Problem, Maria und Josef vor Weihnachten mit dem Esel auf den Weg zu schicken. Am Heiligen Abend werden dann alle im Stall sein. Natürlich fehlt drei Tage vor Weihnachten noch das Jesuskind.

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Aber der Weg von der Sakristei zum Kirchenraum ist nicht weit. Am Sonntag geht die Reise los. Die Figuren sind etwa 90 Zentimetergroß, und brauchen einen entsprechenden großen Stall. Johannes Roth hat Krippenbauerfahrung, schließlich ist er gefragter Großvater. Aber was er in Unterbach gebaut hat, wird selbst seine eigenen Erfahrungen übertreffen.

Offen ist der Stall, Schindeln und Stroh hat er. Die Sensation aber ist ein Fenster aus der alten Unterbacher Kirche. Dieses kleine, bunte Fenster passt sich der Krippe an, als sei es dafür hergestellt worden.Irrwege ist das Fenster gegangen durch verschiedene Unterbacher Privatkeller und Kirchenräume. Aber immer ist es „heilig“ gehalten worden. Ohne tatkräftige Unterstützung der Gemeindemitglieder kann das Kunstwerk nicht entstehen. Clemens Borkowski aus Unterfeldhaus hat seit 2006 die Schreinerarbeiten organisiert und alle Vorbereitungen koordiniert. Der Jugendchor Vox Nova hat dekoriert, die Hubertus-Schützen haben Laub für den Boden gestiftet. Und Moos mußte natürlich auch gesammelt werden.

2008 soll noch mehr Kleidung für mehr Figuren selbst geschneidert werden. Und mehr Landschaftsgestaltung ist geplant. Die alten Unterbacher Krippenfiguren gehen übrigens ins kleinere Gemeindezentrum nach Unterfeldhaus.

(RP)