1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Neue Kita – Bürgerverein hat Bedenken

Zu wenig Kita-Plätze in Mettmann : Neue Kita – Bürgerverein hat Bedenken

An der Spessartstraße soll für 4,4 Millionen Euro eine neue Kita entstehen. Dagegen haben die Metzkausener nichts. Doch sie fürchten, dass die geplante Zuwegung für Schule, Kita und Feuerwache ein Verkehrschaos auslöst.

Die Zeit drängt. In der Stadt Mettmann gibt es viel zu wenig Plätze in Kindertagesstätten, daher sollen in kurzer Zeit zwei neue Einrichtungen entstehen. Für die eine war der Standort unterhalb des Düsselrings am Wandersweg schnell ausgesucht. Die andere, so war im Februar in unserer Zeitung nachzulesen, soll in Metzkausen entstehen. Die Stadtverwaltung suche noch ein passendes Grundstück, hieß es damals.

Das ist zwischenzeitlich gefunden: auf dem alten Sportplatz an der Spessartstraße. Er wird seit langem nicht mehr genutzt. Der Jugendhilfeausschuss entschied am Donnerstagabend mit knapper Mehrheit, die Trägerschaft für diesen Kindergarten an die frisch gegründete Gesellschaft „Windrose“ zu übergeben. Diese wurde von der Evangelischen Kirche gegründet. In ihr sind alle Kita-Projekte der Evangelischen Kirche gebündelt. Die Windrose unterhält demnach mit den Kitas Donaustraße, Laubacher Feld und Am Hoshof drei Einrichtungen mit insgesamt 320 Plätzen in Mettmann. In der Abstimmung des Jugendhilfeausschusses unterlag der katholische Caritasverband, der sich gewünscht hätte, mit einer zweiten Einrichtung in Mettmann – er betreibt bereits die Kita Am Goldberg mit 57 Plätzen – seine Synergieeffekte verstärken zu können.

Fast 4,4 Millionen Euro soll der Bau der neuen fünfgruppigen Kita an der Spessartstraße kosten. Er soll in Modulbauweise nach dem Vorbild einer Einrichtung in Gruiten entstehen – das spart Zeit und Geld. Diese Eile aber treibt Gregor Neumann, dem Vorsitzenden des Bürgervereins Metzkausen, die Sorgenfalten ins Gesicht. Denn er sieht noch erheblichen Klärungsbedarf: „Wir wollen keinen Kindergarten verhindern, sondern eine bessere Planung“, fordert er.

Denn an der Spessartstraße liegt auch die Astrid-Lindgren-Schule, deren Plätze um einen Zug erweitert werden sollen. Und daneben soll die neue Feuerwache ihren Platz finden. „Das sind drei Projekte, die separat voneinander geplant werden. Das ist jetzt schon vom Verkehr her extrem schwierig. Das endet im Chaos“, befürchtet Neumann.

Vor allem die Zuwegung müsse noch einmal überdacht werden. Diese für die Kita über die Spessartstraße zu führen, „ist nicht die beste Lösung“, führt Neumann aus. „Und an der Peckhauser und Düsseldorfer Straße gibt es jetzt schon häufig Stau. Wie sollen dann künftig die Feuerwehrautos rauskommen?“, fragt er. In dieser Gemengelage sei kaum zu gewährleisten, dass der Schulweg ausreichend sicher ist.

Der Bürgerverein Metzkausen schlägt daher vor, die Zufahrt zur neuen Kindertagesstätte über die Peckhauser Straße zu führen. Außerdem regen die Metzkausener an, für Grundschule und Kita eine gemeinsame Mensa und Küche einzurichten. „Beide Projekte können so voneinander profitieren“, betont Neumann.

Schwierig seien nun der Zeitdruck und der Umstand, dass auch aufgrund der Corona-Krise die Ausschüsse seltener tagen. Nun müsse der Verein bis zur entscheidenden Ratssitzung am 15. September noch das Gespräch mit der Stadtverwaltung suchen. „Hätte man das schon im März offen gelegt, hätte man frühzeitig diskutieren können“, bedauert Neumann.