1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Neanderthal Museum in Mettmann zeigt realistischere Neandertaler

Jubiläumsjahr : Museum zeigt realistischere Neandertaler

Das Neanderthal Museum an der Talstraße hat einen Teil der Dauerausstellung nach den neuesten Forschungsergebnissen überarbeiten lassen und fristgerecht zum 25-jährigen Bestehen eröffnen können.

Direktorin Bärbel Auffermann hat den unter der Federführung von Melanie Wunsch und Beate Schneider erneuerten Teil, der mit „Leben und Überleben“ überschrieben ist, jetzt bei einem Rundgang vorgestellt. So ist die Afrikakarte, auf der die Orte der frühen Menschheitsgeschichte dargestellt sind, den neuesten Erkenntnissen angepasst worden. Hauptsächlich in Ost- und Südafrika haben wohl die ersten Menschen gelebt und später von dort aus ihre Verbreitung auf andere Kontinente gestartet.

Der Star des Museums, der Neandertaler Mr. N. , wird nun auf einem Podest präsentiert. Die neu entstandene Figur ist mit deutlich dunklerer Hautfarbe ausgestattet, denn Forschungen hatten ergeben, dass der Neandertaler keineswegs von bleicher Farbe eines Höhlenmenschen war, sondern durch jagen und sammeln der Sonnenbestrahlung ausgesetzt war und dadurch auch eine dunklere Haut bekam. Es gilt als sicher, dass es bei Neandertalern eine Vielfalt an Hautfarben gab. Auch der Audiotext ist neu gestaltet und der Neandertaler erzählt nun aus seinem Leben.

  • Hegemeisterin Hanna Walter mit ihren ehemaligen
    Neanderthal Museum in Mettmann : Wisent-Dame wird Ausstellungsobjekt
  • Melanie Wunsch ist Feuer und Flamme
    Archäologin in Mettmann : Traumjob im Neanderthal Museum gefunden
  • Die hübschen schwarzen Federn hat die
    Kultur im Kreis Mettmann : Neandertaler war einfach sehr kreativ

Der Neandertaler Mr. 4% ist neu eingekleidet worden und lugt nun in feinem Zwirn über die Brüstung des Aufgangs. Und natürlich auch pünktlich zu den Jubiläumsfeierlichkeiten ist das kleine Neandertalmädchen „Kina“ heimgekehrt und wird fortan die Gäste wieder begrüßen.

Ein wichtiger Bereich der Thematik „Leben und Überleben“ ist dem Klimawandel und seinen Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen gewidmet. Zwischen 50.000 und 20.000 gab es gewaltige Klimabrüche, die Arten aussterben ließen, andere Arten kamen jedoch hinzu, vermischten sich mit heimischen Arten und bildeten neu. Ein großes Wandbild von Uta Röttgers aus Hamburg veranschaulicht den Klimwandel: Links im Bild eisige Kälte, kein wahres Leben, doch Schritt für Schritt ändert sich die Landschaft, Urtiere tauchen auf und der Blick wandert weiter bis hin zu bunten Blumen, grünen Bäumen, rauschenden Bächen und einem possierlichen Eichhörchen.

Auf einem weiteren Podest stellt sich ein zotteliges kleines Etwas zur Schau, ein Mammutbaby, das sicherlich ein Lieblingsobjekt für kleine und große Besucher werden wird. Noch hat es keinen Namen, aber der wird sicherlich bald gefunden werden. Mithilfe des Mammutexperten Dick Mol ist das possierliche Tierchen von der niederländischen Firma Manimalworks hergestellt worden. Ein weiteres Highlight der Erneuerung ist ein Herbarium. In einem riesigen Setzkasten sind viele Pflanzen ausgestellt, die seit Ende der Eiszeit und heute noch existieren, etwa Knöterich, verschieden Kleesorten, Farne, Beifuß und Holunder. Dramatische Klimaschwankungen sind auch der Grund für das Verschwinden des Neandertalers so um 40.000 und um 42.000 wanderten die ersten modernen Menschen nach Europa ein. Zu Erforschung des Klimas sind Eisbohrkerne und Sedimentbohrkerne wertvolle Archive.

Direktorin Bärbel Auffermann berichtet, dass das Museum in den vergangenen 25 Jahren drei „Updates“ erlebt hat. So ist zum Beispiel das alte Museum zur Steinzeitwerkstatt geworden, die sich bei Kindern und ganzen Schulklassen großer Beliebtheit erfreut. Dem Masterplan Neandertal ist die neue Brücke und die Umgestaltung der direkten Umgebung zu verdanken und in Kürze wird auch der Bau des Turmes „Höhlenblick“ an der Fundstelle realisiert. Dennoch soll bei aller Begeisterung für das Umsetzen neuer Forschungserkenntnisse die Nachhaltigkeit nicht auf der Strecke bleiben, heißt es.

www.neanderthal.de