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Mettmann: Neandertal: Wirbel um neuen Kahlschlag

Mettmann : Neandertal: Wirbel um neuen Kahlschlag

Naturschützer sind gegen erneute Baumfällungen im Neandertal. Diesmal könnte der Abschnitt zwischen Mettmann und dem Museum betroffen sein. Die Grünen fordern, dass unabhängige Gutachter eingeschaltet werden.

Die Wunden der großflächigen Baumfällungen im Neandertal sind noch lange nicht verheilt. Dort wo früher hohe Bäume standen, wuchern jetzt Brennnesseln und Unkraut. Bis sich daraus ein naturnaher Niederwald entwickelt, können noch Jahre vergehen. Noch gibt es keine konkreten Planungen, aber in naher Zukunft könnte auch der Baumbestand entlang der Talstraße zwischen dem Neanderthal Museum und dem Mettmanner Ortseingang gefährdet sein. Eine entsprechende Debatte hatte vor kurzem Reinhart Hassel, ehemaliger Leiter des Mettmanner Forstamts im Beirat der Unteren Landschaftsbehörde, angestoßen. Kritik gibt es von der Grünen Martina Köster-Flashar, die am vergangenen Sonntag als Landratskandidatin angetreten war.

 Erst vor kurzem stürzten wieder Bäume um.
Erst vor kurzem stürzten wieder Bäume um. Foto: Otto Liethen

"Wie jeder weiß, wurden die Naturschutzverbände im Vorfeld der umfangreichen Baumfällungen zwischen Erkrath und dem Neanderthal Museum leider nicht eingebunden", so Köster-Flashar. So seien "unwiederbringliche Tatsachen an der Öffentlichkeit vorbei geschaffen worden". Daraus müsse die Kreisverwaltung lernen. "Wir fordern, dass zunächst unabhängige Gutachter den Zustand und die Standfestigkeit der Bäume fachgerecht untersuchen und den Umfang der erforderlichen Fällungen dokumentieren".

Vor möglichen weiteren Fällungen müsse die Verwaltung ihre Zusage einlösen und den Beirat, den Kreisausschuss für Umweltschutz, Naherholung und Landschaftspflege sowie die Naturschutzverbände informieren und in Planungen einbinden. Landrat Thomas Hendele könne jetzt beweisen, dass er die von ihm propagierte Einbeziehung der Öffentlichkeit in die Gestaltung des Tales auch wirklich ernst nehme, so Köster-Flashar. Kritik gibt es auch vom Naturschutzverband im Kreis. Wolfgang Sternberg gibt zu bedenken, dass bei der letzten großflächigen Fällung Mitarbeiter der Biologischen Station nicht in "Notwendigkeit und Umfang einbezogen, sondern lediglich bei der "Identifizierung von Höhlen- und Horstbäumen" beteiligt waren. Bis heute sei nicht im notwendigen Umfang von der Kreisverwaltung darüber berichtet worden, warum und wie viel Bäume gefällt werden mussten. Sternberg setzt sich dafür ein, dass die Naturschutzverbände vor möglichen weiteren Fällungen umfassend informiert werden. Im Neandertal waren im Februar ganze Hänge gerodet worden. Grund war unter anderem ein Unfall, bei dem ein Baum auf ein Auto stürzte und zwei Insassen verletzte.

(RP)