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Naturschützer wehren sich gegen Flächenverbrauch im Kreis

BUND kritisiert Politik : BUND wehrt sich gegen Flächenverbrauch im Kreis

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hatte jetzt zur Hauptversammlung eingeladen. Weitere Themen waren die CO-Pipeline und der Ausbau der Autobahn 3.

Großes Thema in der Jahresversammluhg der BUND-Ortsgruppen in Mettmann war die CO-Pipeline (ehemals Bayer, jetzt Covestro), der Planänderungsbeschluss und die Klage des BUND Landesverbandes dagegen. „Es ist uns unverständlich, weshalb die Bezirksregierung jetzt den Plan ändert“, erklärte Dieter Donner. Auch die neue Matte, die nun über die fälschlich verlegte Matte gelegt werden soll, habe keine Schutzfunktion. „Wir haben nachgewiesen, dass bei einem Leck riesige Mengen austreten können, weil eine Warnung erst nach 36 bis 48 Stunden möglich ist“, betonte Donner. Die ausgetretene CO-Menge wäre für eine Anzahl von rund 700 Menschen gesundheitsschädlich oder gar tödlich. Neben den vier Klagen aus Hilden und der einen Klage aus Duisburg, die neu eingereicht wurden, hat auch der BUND Landesverband eine 50-seitige Klageschrift eingebracht.

Ebenfalls diskutiert wurde der Flächenverbrauch. „Im Kreis Mettmann sind 80 Prozent Einfamilienhäuser gebaut worden“, sagte Götz-R. Lederer. Dies ginge nicht nur zu Lasten der Flächen, sondern auch am Bedarf vor allem an Single-Wohnungen vorbei.

Zum Ausbau der A3 auf acht Spuren, für die nun die geeignete Trasse gefunden werden soll, meinte Claudia Roth: „Der BUND unterstützt den Wunsch, stattdessen den Standstreifen in Spitzenzeiten freizugeben.“ Der Platz sei da, er müsse nur genutzt werden. Daneben wurde angezweifelt, ob die Ableitung des Regenwassers bei Starkregen in das geplante Rückhaltebecken an der A44 zwischen Velbert und Ratingen tatsächlich funktionieren wird. „Wir glauben, dass ein Großteil in den Schwarzbach und andere Gewässer abfließen wird“, meinte Jürgen Lindemann. Er prangerte an, dass die Kanalisation nicht mehr Gegenstand des Verfahrens sei, sie solle nicht erweitert werden, was für eine Abführung des Regenwassers unerlässlich sei. Lederer wies noch auf die Öffentlichkeitsarbeit hin. So wurde die Website unter dem Namen www.bund-kreis-mettmann.de neu in Gang gebracht. „Wir haben zwei Radiosendungen im Monat mit rund 7000 Zuhörern“, erklärte der Vorsitzende. Über die Finanzen braucht sich die Kreisgruppe keine Sorgen machen, wie Kassiererin Claudia Roth in ihrem Bericht versicherte: „Wir können im vergangenen Jahr einen Überschuss von 1700 Euro verzeichnen.“ Lederer nutzte die Versammlung, um Claudia Roth für ihre 20-jährige Vorstandsarbeit eine Schale mit insektenfreundlichen Pflanzen zu überreichen.