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Mettmann: Müll: Angst vor versteckten Gebühren

Mettmann : Müll: Angst vor versteckten Gebühren

Die Restmüllsäcke können noch bis zum April benutzt werden.

Sie ist noch gar nicht im Einsatz, da sorgt sie schon für Aufregung: Die Restmülltonne. Zum 1. Januar 2015 schafft die Stadt Mettmann die Restmüllsäcke ab und ersetzt sie durch neue Tonnen in unterschiedlichen Größen (die RP berichtete). Einige Bürger vermuten hinter dem Wechsel vom Sack zur Tonne eine versteckte Gebührenerhöhung. "Durch die angekündigten Modalitäten der Umstellung würden sich besonders für Haushalte mit reduzierter Restmüllausstattung drastische Kostensteigerungen ergeben", heißt es dazu in einem Offenen Brief, den die Mitstreiter des Bürgerforums in dieser Sache an Bürgermeister Günther zu schicken beabsichtigen. Das sei besonders ärgerlich, da der Bund der Steuerzahler der Stadt höchste Abfallgebühren im Kreis bescheinigt.

Kämmerer Reinhold Salewski: Das Problem ist noch nicht gelöst. Foto: Janicki, Dietrich (jd-)

Anhand verschiedener Rechenbeispiele stellt Thomas Dinkelmann, 1. Vorsitzender des Vereins, den Sachverhalt dar. Ein Einpersonenhaushalt kam demnach bislang mit zehn Restmüllsäcken pro Jahr zum Preis von 55 Euro aus. Jetzt müsste dieser Haushalt eine 40-Liter-Tonne beziehen, wofür 95 Euro Jahresgebühren anfallen. Das ergibt eine Kostensteigerung von 73 Prozent. "Das Thema ist noch nicht gelöst", sagt auf RP-Nachfrage Reinhold Salewski, Fachbereichsleiter Abfallwirtschaft. Etwa 250 Einpersonenhaushalte seien betroffen, zu einer Gebührenerhöhung soll es nicht kommen. "Das ist eine Lücke, die wir erkannt haben. Deshalb wollen wir in der kommenden Woche in der Sitzung im Bauausschusses zwei Lösungsmöglichkeiten diskutieren."

Salewski: Variante A besteht darin, diese 40-Liter-Tonnen nicht 14-tägig, sondern im Turnus von vier Wochen zu leeren.Variante B beschreibt die Idee, etwas in die 40-Liter-Tonne einzulassen, also das Volumen zu verkleinern.

Ebenso beschäftigt das Bürgerforum die Frage, was mit den bereits käuflich erworbenen, aber dann nicht mehr nutzbaren Restmüllsäcken im kommenden Jahr werden soll. "Mit dem 'Verfallsdatum' werden schon bezahlte Leistungen nicht mehr erbracht", heißt es dazu im Offenen Brief. Tatsächlich ist es so, dass eine Barauszahlung als Rückerstattung nicht möglich ist, sagt Salewski. "Aber auch in diesem Punkt wollen wir den Bürgern entgegenkommen." Deshalb wird es eine Übergangslösung geben. "Bis Ende April 2015 können die Säcke noch verwendet werden." Info: Homepage Stadt Mettmann.

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