Wülfrath: Mordsvergnügen

Wülfrath: Mordsvergnügen

In der Wasserburg bietet das Theater Minestrone für Freunde des Schwarzen Humors ein köstliches Vergnügen.Zu gruseligen Geschichten wird Rindfleisch aus der Keule mit Klößen serviert.

Wie entledigt man sich seines Gatten, bevor er einen verlässt? Mit welchen Kräutern in der Suppe hilft man bei unliebsamer Schwiegermutter nach? Theater Minestrone wusste Rat. In der Wasserburg Düssel, im Restaurant "Armer Ritter", präsentierten die Akteure kriminalistische Theatergeschichten, Black-Stories und Improvisationen rund um das Thema "Gutes Essen".

Sekt mit Campari zum Aperitif

Der Titel des Stücks "Gutes Essen ist (k)ein Verbrechen" Lässt Böses ahnen. Als Aperitif ließ Restaurant-Chefin Monika Riehl zunächst Sekt mit Campari servieren. "Damit es mörderisch aussieht". Zur Melodie des Mecky-Messer-Songs bereitete Conférencier Luigi, alias Achim Kirchner

50 Gäste auf rabenschwarze Taten vor. "Vielleicht Totschlag, Mord oder Zyankali- Braten?" Todesarten konnten die Besucher beim Improvisationstheater selbst bestimmen. Auf Publikums-Vorschlag erdachten fünf Akteure eine Geschichte zu "Tod in der Wasserburg". Wer sich verhaspelte, musste mit Urteil, "Stirb" rechnen.

Beim darzustellenden Bühnentod ließen die Besucher ihrer Fantasie freien Lauf. Zahnbürste, Köpfen, Sauna, Kettensäge oder gar Föhn in der Badewanne. "Ach das geht schnell", meinte eine Frau wie aus Erfahrung. Bei der Geschichte, "Rehbeins Rache" rächt sich eine Marktfrau an einer Fernsehköchin, die ihr Rezepte aus dem Kreuz leiert und als ihre eigenen ausgibt. Sie verkauft ihr höchst unbekömmliche grüne Kartoffeln.

Schwiegermutter Puppa werden giftige Maiglöckchen-Blätter zum Verhängnis. Die Schwiegertochter – sie hatte bereits Ehemann Leo auf dem Gewissen – schob ihr die Blätter beim Suppekochen als Bärlauch unter. Hatten die Gäste an dem vergnüglichen, kriminalistisch kulinarischen Abend doch gerade Bärlauchsuppe gegessen. "Geht es Ihnen noch gut", fragte Schauspielerin Sandra Stötzel. Roald Dahls rabenschwarze Geschichte, "Die Lammkeule", diente als Vorlage für die köstliche szenische Darstellung "Mordskeule". Der Inhalt: eine Frau erschlägt Mann mit tiefgefrorener Lammkeule. Steckt die Keule in den Backofen, kauft im Dorf noch ein paar Zutaten. "Findet" zu Hause ihren toten Mann. Ruft die Polizei. Lädt schließlich die ahnungslose Polizei zum Verzehr der Tatwaffe ein. Das Publikum speiste dazu Rindfleisch aus der Keule mit Klößen.

Mousse au Chocolat gefällig?

"Das Telefonat" war ein sich herrlich aufbauender imaginärer Dialog. Hansi versucht seiner nervigen Mutter zu erzählen, dass seine Frau tot in der Küche liegt, weil ihm die Kabel bei Anschließen eines alten Elektroherds durcheinander geraten waren. Doch auch der Kühlschrank barg Gefahr. "Du kannst ja kommen und Dir da Mousse au Chocolat herausnehmen", lädt er sie mit bösem Hintergedanken ein. Im "Armen Ritter" gab es zur Mousse frische Johannisbeeren.

(RP)