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Erkrath: Mordgeschichten im ErWePa-Saal

Erkrath : Mordgeschichten im ErWePa-Saal

In der Kriminacht der Erkrather LeseART geht es blutig zu. Horst Eckert und Silvia Kaffke erzählen von Serienkillern und Kofferbomben. Organisator Ralf Buchholz freut sich über die unkomplizierte Zusage der Autoren. Voller Lampenfieber verfolgt er die Veranstaltung.

Mord und Totschlag, niedere Motive und clevere Ermittler standen bei der Kriminacht im Rahmen der Erkrather LeseART im Rampenlicht. Tatort: der ErWePa-Saal im Neandertal. Dort trafen sich die Anhänger der spannenden Lektüre, um den Autoren und ihren Geschichten zu lauschen.

Mit sanfter Stimme schilderte Silvia Kaffke, die fünf Jahre lang in Erkrath arbeitete und dort die Kriminacht organisierte, ihren ersten Fall. Sie hat ihn "Messerscharf" genannt und ihrer Ermittlerin Barbara Pross gleich einen Serientäter zugemutet. "Sie ist eine Pionierung auf ihrem Gebiet, denn Fallanalytiker gab es zu dieser Zeit noch gar nicht", berichtete Silvia Kaffke.

Hochspannung garantiert

Ihr erstes Werk ist gerade in einer Neuauflage erschienen. Für die Autorin Grund genug, es ihren Lesern erneut nahe zu bringen. Überarbeitet hat sie es nicht. "Die Geschichte spielt 1998, es gibt also keine Handys und bezahlt wird noch mit D-Mark." B

arbara Pross steckt gerade in einer tiefen Krise und trifft in einer Kneipe auf einen Mann, der Frauen von der Straße aufliest und zu sich nach Hause einlädt. Die Passage, die Silvia Kaffke ihren Zuhörern vorlas, war die Grundidee ihres ersten Krimis. "Diese Konstellation hat mich gereizt. Alles andere hat sich darum herum entwickelt."

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Bei Horst Eckert waren die Kofferbomben, die Ermittler 2005 in Köln entdeckten, der Auslöser für den Roman "Sprengkraft". "Damals habe ich mich gefragt, was es mit uns und unserem Land machen würde, wenn bei uns so etwas passiert, wie in London oder Madrid." In seinem Roman explodiert wirklich etwas, doch was dahinter steckt, ist ganz anders als es auf den ersten Blick scheint.

Die Handlung ist komplex und mit verschiedenen Hauptfiguren angelegt. Bei der Auswahl seiner Vorlesepassagen musste der Autor darauf achten, sein Auditorium nicht in die Irre zu führen. "Deshalb wähle ich meist Stellen weiter vorne aus, um das Rätsel erst einmal aufzuwerfen." Um die Lösung zu erfahren, müssen die Hörer selbst das Buch in die Hand nehmen, denn an einer spannenden Stelle brach Horst Eckert unvermittelt ab.

Seine Krimis haben auch Ralf Buchholz gepackt. "Da ich lange in Düsseldorf gelebt habe, kenne ich alle Ecken und Winkel, die dort beschrieben sind. Das ist ein Stück Heimat." Kaum hatte der Vorsitzende der Neanderart den Entschluss gefasst, eine Kriminacht zu organisieren, griff er zum Telefon, um den Autor zu fragen. "Er war ganz unkompliziert und sofort bereit zu kommen", sagt der Erkrather.

Doch obwohl mit Karin Schweitzer, Klaus Stickelbroek und den Krimi-Cops weitere Schriftsteller als Leser zugesagt hatten, ließ das Lampenfieber Ralf Buchholz nicht los. "Der Abend hat mich schlaflose Nächte gekostet. Erst in den vergangenen zwei Wochen ist der Kartenverkauf in Schwung gekommen", berichtet der Organisator. Als Silvia Kaffke vor dem Mikrofon Platz nahm, war der Saal voll.

(domi)