Erkrath: Mit Riesenballons unterwegs

Erkrath: Mit Riesenballons unterwegs

Mit ihrem Spektakel lockt die Künstlergruppe Prima Neanderthal am Bürgeraktionstag viele Neugierige an. Acht Ballons werden auf dem Stadtweiher zu Wasser gelassen.

Bürgeraktionstag könne auch bedeuten, dass die Bürger der Stadt und der Stadtverwaltung Initiative ergreifen und dafür sorgen, dass die Brunnen innerhalb des Stadtgebietes gut drei Wochen eher sprudeln, sagt Katy Schnee, Erkrather Künstlerin, erfreut.

Um die Kunstinstallationen der Gruppe "Prima Neanderthal" am Bürgeraktionstag in Erkrath ins richtige Element zu rücken, bat der Vorsitzende des Vereines, Volker Rapp, die Pumpen der Brunnen anzustellen. Nötig war das für die Installationen "Kunst geht den Bach runter!?". Sie fand in den artifiziellen Flächen der Märkte von Hochdahl und Sandheide ihren Kontakt zum Wasser.

Zu sorglos mit Plastikmüll

Höhepunkt war der Umzug von acht Riesenballons vom Hochdahler Markt zum Stadtweiher mit Fontäne. Die Aktionen symbolisieren durch die Auswahl des Werkstoffes Plastik die Mahnung an alle, sich bewusst zu werden, dass Kunststoff in den Mägen von Fischen im Pazifik gefunden wurde. Der Mensch geht viel zu sorglos mit dem Werkstoff Plastik um, mahnen die Künstler. Die Installationen sollen Zeugnis geben, eben dass nicht KunstSTOFF baden gehen soll, sondern "8-sam" behandelt werden muss ( deshalb 8 Objekte).

Vier Frauen mit den typischen blauen und grünen "Prima-Neanderthal-Accessoires" trugen die acht Ballons wie mittelalterliche Wasserträger zum See. Dort konnten glücklicherweise fast alle Objekte an die geplante Position — auf der Mitte des Stadtweihers — mit einem Schlauchboot befördert werden. Nur ein Ballon knallte laut auf. Er hatte sich zwischendurch mit einem Brombeerstrauch am Wegesrand angelegt . . . und natürlich verloren! Das Wichtigste aber: Menschen, die sonst bei dem Wort Kunst mit Distanz reagieren, kamen, fragten, erfreuten sich und entwickelten ein neugieriges Interesse an Kultur.

Deshalb wird Prima Neanderthal dieses unterhaltsame Schauspiel an anderen Gewässern demnächst fortsetzen. Damit die Kunst nicht baden geht.

(RP)