Erkrath: Mini-Bibliotheks-Filiale im Bücherschrank

Erkrath : Mini-Bibliotheks-Filiale im Bücherschrank

Damit könnte sich Erkrath vielleicht fürs Guinness-Buch der Rekorde bewerben: Es geht um die kleinste Filiale der Stadtbücherei. Entstehen soll sie im Eingangsbereich des Rewe-Supermarktes in Unterfeldhaus. Ihr Name: der intelligente Bücherschrank.

Die Idee stammt von der Initiative "Unterfeldhaus Aktiv". In vielen Gesprächen mit Unterfeldhauser Kunden der Stadtbücherei aber auch mit Bürgern vor Ort im Supermarkt wurden die langen Wege zu den Standorten der Bibliothek kritisiert. Die Stadtbücherei hat den Wunsch aufgegriffen und einen Antrag zum Aufstellen ihrer "kleinsten Filiale" beim Land NRW eingereicht. Sie hofft nun, dass die Kosten von 38 000 Euro, die bereits im Haushalt der Stadt vorgesehen sind, zu 70 Prozent bezuschusst werden.

"Der Rewe-Markt ist ein zentraler Treffpunkt in Unterfeldhaus. Die Stadtbücherei möchte die Menschen dort erreichen, wo sie sich treffen, um einerseits eine Kundenbindung zu erreichen und andererseits neue Leser zu gewinnen oder zurückzugewinnen", sagt die Bücherei-Leiterin Michaele Gincel-Reinhardt. Das Angebot richtet sich an alle Bürger des Stadtteils Unterfeldhaus, besonders aber an Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität. Die Kunden des Supermarktes hätten täglich von 8 bis 22 Uhr Zugriff auf die Stadtbücherei. Der Zugang würde zukünftig sogar sonntags möglich sein, da die im Vorraum befindliche Bäckerei ihre Öffnungszeiten erweitern wird.

Die geplante "kleinste Filiale" soll eine so genannte Selbstverbucher-Station sein. Rund 100 Medien enthält der schicke rote Bücherschrank mit elektronischer Ausstattung. Die Kunden melden sich mit ihrem Leserausweis an und entnehmen Medien oder stellen sie zurück. Wie in der richtigen Bücherei kann man in einem Buch blättern und es zurückstellen, wenn es nicht gefällt. In einem zweiten Modul befindet sich ein Rückgabeautomat zur Aufnahme größerer Mengen Medien. In diesem Modul soll es vier Abholfächer geben — analog zu den von außen zugänglichen Fächern in der Stadtbücherei im Bürgerhaus — wo von Kunden bestellte Medien hinterlegt werden. An einem Bildschirm besteht die Möglichkeit der Recherche zur umfassenden Information über den Bestand.

(ik)