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Kreis Mettmann: Metzkausener wollten autark bleiben

Kreis Mettmann : Metzkausener wollten autark bleiben

Das Amt Hubbelrath wurde zum 1. Januar 1975 aufgelöst. Mettmann wurde größer. Das HHG war eine erste Klammer.

Mettmann Als Metzkausen am 1. Januar 1975 der Stadt Mettmann zugeschlagen wurde, war der Widerstand in Metzkausen groß. "Die wollten im Amt Hubbelrath und unabhängig bleiben", berichtet Joachim Sander (77). Er nahm damals für die CDU an den Verhandlungen teil. Adolf Pulst (81), der seit 1957 in Metzkausen lebt, bestätigt das. "Wir hatten die Befürchtung, eine Randstadt zu werden", sagt er. Dies sei ja auch zum Teil passiert.

Das 1890 auf dem Gemeindegebiet von Metzkausen erbaute Gebäude am Peckhaus (heute Wyndham Garden Hotel) war lange Sitz der Verwaltung Hubbelrath. Am 1. April 1967 hatten sich die bisherigen Gemeinden Homberg-Bracht-Bellscheidt und Meiersberg zur Gemeinde Homberg-Meiersberg zusammengeschlossen. Die vier Gemeinden des Amtes Hubbelrath planten 1968, sich zu einer Einheitsgemeinde mit dem Namen Hubbelrath zusammenzuschließen. Die folgende große Gebietsreform stoppte diese Planung.

Durch das Düsseldorf-Gesetz wurden Hubbelrath und Teile von Hasselbeck-Schwarzbach mit Wirkung vom 1. Januar 1975 in die Stadt Düsseldorf eingemeindet. Homberg-Meiersberg und der flächenmäßig größere, jedoch nur gering besiedelte Teil Hasselbeck-Schwarzbach, wurden zu Stadtteilen der neu gebildeten Stadt Ratingen. Der zu Homberg-Meiersberg gehörende Weiler Hofermühle ging an Heiligenhaus, und Metzkausen wurde in die Stadt Mettmann eingemeindet, die auch Rechtsnachfolgerin des Amtes wurde. Die Verwaltungsbeamten des Amtes Hubbelrath wurden in die Stadtverwaltung Mettmann übernommen. "Einige Beamte sollen durch den Wechsel profitiert haben und wurden höher eingestuft", sagt Pulst. Als am 1. Januar 1975 die kommunale Neugliederung vollzogen wurde, wurden auch die einzelnen Löschgruppen des Amtes Hubbelrath in die umliegenden Städte eingegliedert. So wurde die Löschgruppe Hubbelrath nach Düsseldorf, die Löschgruppen Hasselbeck-Schwarzbach und Homberg-Meiersberg nach Ratingen und die Löschgruppe Metzkausen nach Mettmann eingegliedert.

Das Heinrich-Heine-Gymnasium wurde 1969 als "Neusprachliches Gymnasium des Amtes Hubbelrath für Jungen und Mädchen" gegründet. Das Gymnasium war das erste deutsche Gymnasium, das den Namen Heinrich Heines tragen durfte. Im Zuge der durch die kommunale Neuordnung erzwungenen Auflösung der Gemeinde "Amt Hubbelrath" wurde die Stadt Mettmann Schulträger, die Schule befindet sich seit 1975 in einem Neubau im Ortsteil Metzkausen. Erster Schulleiter des Gymnasiums war Hans Joachim Buch. Das HHG diente quasi als Klammer zwischen Mettmann und Metzkausen.

Die Musikschule entstand im Jahre 1973 als letztes "Kind" des Schulverbandes Metzkausen-Mettmann. August Dreiling, der erste Musikschulleiter, hatte die Aufgabe, Lehrpersonal für alle Instrumente zu verpflichten. Mehr als 800 Schüler meldeten sich an.

Es war Ingrid Siebeke, die als Bürgermeisterin der Stadt Mettmann ab 1975 viel dazu beigetragen hat, dass Metzkausen und Mettmann zusammenwuchsen. 1961 trat Siebeke der CDU bei und wurde 1964 in den Rat der Gemeinde Metzkausen gewählt.

Genannt werden muss in diesem Zusammenhang auch Karl Reinhard Bickenbach, "Liberales Urgestein" und gebürtiger Gummersbacher. Er wohnte seit 1963 mit seiner Familie in der Kreisstadt. Die kommunale Neugliederung und damit die Verschmelzung der beiden FDP-Ortsverbände Mettmann und Metzkausen war damals eine Herausforderung für ihn, die er mit Bravour meisterte. Es galt zusammen mit den Alt-Liberalen Valentin, Bennemann und Lehmann, das liberale Element in Mettmann zu bündeln.

(RP)