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Mettmann: Metzkausen schafft eine Heimat für die Ökumene

Mettmann : Metzkausen schafft eine Heimat für die Ökumene

Beim Jahresempfang sprach ein Redner die religiöse Identitätsbildung in den Schulen an.

Im Kaplan-Flintrop-Haus machte Monsignore Herbert Ullmann von der katholischen Pfarrei St. Lambertus jetzt beim Ökumenischen Jahresempfang deutlich, dass in Mettmann nicht nur von der Ökumene gesprochen, sondern diese im Alltag wirklich gelebt werde. Das Jahr 2018 werde wohl in die Kirchengeschichte der beiden großen Mettmanner christlichen Konfessionen eingehen.

"Ich gehe davon aus, dass in diesem Jahr das gemeinsame Ökumenische Zentrum unter dem Dach der Kirche und des Pfarrzentrums Heilige Familie in Metzkausen eröffnetet wird." Pfarrer Klaus Schilling von der evangelischen Kirchengemeinde Mettmann stellte dann den Referenten des Abends, Andreas Obermann, vor, der zum Thema "Religion unterrichten zwischen Kirchturm und Minarett. Religiöse Identitätsbildung in pluralen Gesellschaften" sprach. Pfarrer Schilling erklärte, dass er den Referenten schon sehr lange kenne und sie beide unter dem früheren Mettmanner Pfarrer Hiddemann als Vikare gearbeitet hätten. Der Professor an der evangelischen Fakultät der Universität Bonn, der unter anderem auch in Wuppertal tätig war, kenne also das Bergische Land.

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Bei seinem Vortrag ging Andreas Obermann schwerpunktmäßig auf den Religionsunterricht an den Berufskollegs ein. Er wies zunächst aber allgemein darauf hin, dass das Bekenntnis zu einer Religionszugehörigkeit in den Deutschland immer mehr abnehme. Nach Angaben des Statischen Bundesamt erklärten sich 2016 immerhin 33 Prozent der deutschen Bevölkerung als religionsfrei: 33 Prozent waren evangelischen Glaubens und 29 Prozent gehörten zur katholischen Kirche.

Entgegen des Eindrucks großer Teile der Bevölkerung beträgt der Anteil der Muslime nur fünf Prozent. Der Professor am evangelischen Bonner Institut für berufsorientierte Religionspädagogik sagte, dass viele überrascht seien, wenn er mitteile, dass der Religionsunterricht an Berufskollegs zu den Pflichtfächern gehöre. Dies leite sich bereits aus zwei Paragrafen des Grundgesetzes ab. Bewährt habe sich der gemeinsame Religionsunterricht verschiedener Konfessionen. "Da haben die Schüler überhaupt kein Problem mit. Im Gegenteil - das wird von ihnen sogar begrüßt", betont Andreas Obermann. Für die Schüler sei es eine positive Erfahrung, etwas von den Sitten und Gebräuchen andere Religionsgemeinschaften zu hören. Dies gelte auch für Schüler muslimischen Glaubens. Berufsschüler, die sich als grundsätzlich religionsfrei bezeichnen, beteiligen sich ebenfalls am konfessionsübergreifenden Religionsunterricht. Wichtig sei, dass den Schülern Werte, Erfahrungen und Einstellungen vermittelt werden, die auch im betrieblichen Alltag und beim Kontakt mit den Kunden zum Einsatz kommen können.

Der ökumenische Jahresempfang wurde musikalisch begleitet von einem spanischen Gitarristen, der für seine virtuos vorgetragenen Klänge viel Beifall erhielt. Bei einem kalten Buffet gab es Gelegenheit zu guten Gesprächen.

(RP)