Mettmanner Sängerin organisiert Benefizkonzert für Pfleger

Erlös ist für den Ruheraum bestimmt : Mettmanner Sängerin organisiert Benefizkonzert für Pfleger

Mit ihrer Band Wataga sorgte Sabine Hausner jetzt für Musik im gut gefüllten Festsaal des Caritas-Altenstifts in Mettmann-Süd.

Der Beruf des Altenpflegers ist eine tägliche Herausforderung, die manch einen Mitarbeiter an seine psychischen und körperlichen Grenzen bringt. „Es ist ein erfüllender Beruf, man ist nah am Menschen. Doch manchmal stirbt jemand, zu dem man gerade eine Beziehung aufgebaut hat“, erzählt die Mettmanner Sängerin Sabine Hausner, die selbst schon in der Pflege tätig war, und mit ihrem Chor in den Räumen des Caritas Altenstifts in Mettmann-Süd proben kann.

Um sich dafür zu bedanken, hatte sie die Idee, mit ihrer Band Wataga ein Benefizkonzert zu geben – als Dank für die Mitarbeiter in der Pflege. Statt Eintritt wurde um Spenden gebeten. „Die Heimleitung hat bereits einen Ruheraum eingerichtet. Jetzt sollen auch Kurz-Massagen in der Arbeitszeit angeboten werden. Dafür fehlt bisher das Geld und wir hoffen, mit den Spenden dieses Angebot ermöglichen zu können.“

„Ich finde das eine schöne Idee“, zeigt sich Heimleiterin Ilka Marschaleck von der Initiative angetan. „Die Altenpflege hat oft ein schlechtes Image“, räumt sie ein. „Der Personalschlüssel ist eng und die Arbeit oft sehr anstrengend – auch weil die alten Menschen heute später und kränker zu uns kommen als früher.“ Die Verweildauer habe sich verkürzt, erklärt sie. „Das ist politisch so gewollt, ambulante Pflege wird der stationären vorgezogen.“ Auch die Arbeit mit Demenzkranken sei psychisch und körperlich sehr belastend.

Dennoch nimmt sie die Herausforderung an und tut im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements viel für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. „Wir steuern als Caritasverband unter anderem mit passenden Arbeitszeitmodellen gegen und ich versuche, die Mitarbeiter im Blick zu behalten. Wenn jemand an seinen Grenzen stößt, ermöglichen wir auch Auszeiten.“ Qualifiziertes Personal zu bekommen, werde zunehmend schwieriger. „Bisher war das kein Problem, jetzt ist der Fachkräftemangel auch bei uns angekommen.“

Mitarbeiterin Lina Lauckert, die seit 2010 in der Pflege tätig ist, ist von der Unterstützung durch die Heimleitung sehr angetan: „Die Arbeitsatmosphäre ist wirklich gut“, meint sie. Man kann die Heimleiterin immer ansprechen. Im Sommer bestellt sie öfters einen Eiswagen für uns, für die Nachtwache kocht sie sogar. Sie hat ein Auge auf die Mitarbeiter, ist oft auch bei den Übergaben dabei.“ Als sie 2018 ihre Ausbildung beendet hatte, wollte sie erstmal ein Jahr lang die Welt erkunden. „Danach konnte ich gleich wieder hier anfangen“, freut sie sich.

Das schlechte Image der Altenpflege kann sie nicht bestätigen: „Ich arbeite mit Demenzkranken, das beste am Job ist die Dankbarkeit der Menschen.“ Auch nach einem Jahr Auszeit hätten demenzkranke Bewohner sie wiedererkannt. „Mir macht die Arbeit Spaß, ich bin nicht so schnell kaputt zu kriegen“, sagt die 35-Jährige lächelnd. Durch ihre Arbeit in einem Hospiz könne sie auch mit dem Thema Tod gut umgehen. „Ich arbeite allerdings nicht Vollzeit“, räumt sie ein. Unterstützung komme auch von den Kollegen; „Wir sind ein gutes Team, helfen uns gegenseitig und fangen uns auf.“ Das Benefizkonzert findet sie gut. „Es ist eine Anerkennung für unsere Arbeit.“

Dass es eine gute Sache ist, finden auch die Konzertbesucher, die in des Festsaal des Altenstifts strömen. „Es ist auch eine Bereicherung für den Stadtteil, hier gibt es solche Veranstaltungen sonst nicht“, sagt eine Besucherin, bevor die sieben-köpfige Band Wataga mit funkig-souligen Grooves und jazzigen Rhythmen, Altsaxofon und Blues-Harp, das Publikum bestens unterhält.

Im Caritas-Altenstift in Mettmann-Süd sind insgesamt 120 Mitarbeiter beschäftigt. Ilka Marschalek hat bereits 2012 die Pflegedienstleitung übernommen, seit 2017 leitet sie das Heim.