1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Mettmanner produziert Mund-und Nasenschutz

Coronakrise macht Mettmanner erfinderisch : Henri-Maske aus Mettmann

Florales Motiv, Kussmund oder Bärchen: Tim Felgner fertigt individuelle Mund-Nasen-Schützer in seinem Betrieb.

Henri Maske ist bald wieder in aller Munde. Gemeint ist nicht der berühmte Gentleman-Boxer mit Schlagkraft, die Henri-Maske ist ein Mund-und-Nasenschutz. Kreiert hat ihn der Mettmanner Tim Felgner.

Der studierte Ingenieur ist eigentlich Werbetechniker, stellt beispielsweise für die Düsseldorfer Messe großformatige Banner und Wegweiser her. Weil aber wegen der Corona-Krise derzeit nichts läuft wie noch zu Jahresbeginn konzipiert, hat der 50-Jährige kurzentschlossen umdisponiert. „Jetzt stellen wir Masken her“, erklärt er. „In der kommenden Woche soll das Konzept online gehen.“

Die Idee kommt fabelhaft an. Auch deshalb, weil der Maskenmann individuell fertigt, „von einer Stückzahl ab zehn Exemplaren ist vieles möglich“. Gefertigt aus Polyestergewebe, handelt es sich bei dem Mund-Nasen-Bedeckern – „nein, wir produzieren keine medizinischen Masken“ – um „nachhaltige Produkte, die sich auch bei 60 Grad waschen lassen“. Obwohl es in Deutschland kein Masken-Gebot in der Corona-Krise gibt, nutzen viele Menschen dieses Utensil gerne freiwillig.

Vor etwa 15 Tagen haben sich der Ingenieur und seine Mitarbeiter, insgesamt sind derzeit 32 Leute im Betrieb beschäftigt, zum „ausgiebigen Experimentieren“ zurückgezogen. Unter anderem wurde daran gefeilt, wie am werbewirksam „Henri-Maske“ genannten Modell die Fadenführung nebst abschließender Fixierung per Knoten laufen soll. „Der Mensch hat keinen Standardkopf“, weshalb nicht nur die Fäden je nach Bedarf zusammengebunden werden. Die handgenähten Exemplare verfügen zusätzlich über einen Hohlsaum. „Hier kann, wer will, zur Stabilisierung entlang der Nase, einen Draht hindurch ziehen.“

Bislang gibt es Masken mit floralem Aufdruck, in Bären-Design oder mit coolen Totenköpfen. „Wir haben versucht, unterschiedliche Bedürfnisse zu bedenken.“ Konfiguriert werden sollen aber zukünftig mit einem entsprechenden Online-Werkzeug „individuelle Kreationen“, natürlich können ebenso Firmenlogos eingearbeitet werden, per Gestaltungstool sind der Fantasie dann wenig Grenzen gesetzt. „Vielleicht machen wir daraus auch eine Art von Gestaltungswettbewerb“, skizziert Tim Felgner weitere Möglichkeiten seiner Maskenmanufaktur.

„Wir sind ein stark handwerklich geprägter Betrieb. Für mich hat das hier einen familiären Charakter“, versucht der Geschäftsführer zu beschreiben, warum es wichtig ist, sich in der Corona-Krise etwas einfallen zu lassen. „Weht der Wind der Veränderung, bauen manche Mauern, andere Windmühlen“, zitiert er ein chinesisches Sprichwort. „Ich bin dafür, Windmühlen zu bauen.“ Natürlich hat er sich das Jubiläumsjahr – exakt im März vor zehn Jahren hatte er mit Offset-Druck-Maschinen sein Unternehmen gegründet – anders vorgestellt. Nun begreift er die Krise als Chance.

Und denkt mit seinem Team darüber nach, wo wohl in den kommenden Monaten bedingt durch die Corona-Pandemie weitere Bedarfe bei den Menschen entstehen könnten. „Vermutlich wird in den kommenden Wochen das Prinzip Zuhause-bleiben gelten“, schließt er große Reisemöglichkeiten aus. Also könnte die optisch gelungene Ausgestaltung von Balkonen, Terrassen und Gärten ein Thema sein.