Mettmanner Benefizkonzert ging unter die Haut

Aktion : Benefizkonzert ging unter die Haut

Ein umjubelter Abend in proppenvoller Stadthalle war der Auftritt vom Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr.

Dieter Dersch, Vorsitzender des Lions Clubs, begrüßte die Gäste und zeigte sich dankbar, dass so viele Menschen den Verein „Lachen helfen“, der Kindern in Krisengebieten eine Perspektive bieten will, durch den Besuch des Konzertes unterstützten. Aber das war nun beileibe keine Pflicht, das war Kür in Hochformat, denn was die jungen Frauen und Männer in Uniform, die allesamt an der Musikhochschule Düsseldorf studieren, geleistet haben, war richtig gut.

Michael Euler entpuppte sich als großartiger Dirigent und Moderator. Den Schalk im Nacken, hatte er seine Truppe mit Witz und Charme fest im Griff. Begann das Programm natürlich mit einem Militärmarsch, wechselte es doch im Laufe des herrlich langen Abends auch zu Filmmusik, Pop und Chanson. Und das alles mit rund 80 Musikern, einem, bis auf Schlagzeug, Harfe und Kontrabass reinem Blasorchester.

Bei der Ouvertüre zum Zigeunerbaron von Strauß junior, wo sonst die Geigen singen, faszinierten hier zarte Oboenklänge und die „erste Geige“ war eine Klarinette. In seiner Moderation machte Michael Euler auf das noch junge Stadtorchester Mettmann aufmerksam. Der neue Leiter, ein Kamerad der Truppe, Michael Gilcher, hat die frühere Schützenkapelle zu einem sehr guten Klangkörper ausgebaut. Am 11. Mai präsentiert sich das Orchester mit einem Konzert in der Stadthalle.

Bei dem Stück „Pulse“, das streckenweise an den „Amerikaner in Paris“ erinnerte, konnte Lukas Mauckner mit seinem Tenorhorn begeistern. Das Schlagzeug gab den Pulsschlag an, der medizinisch schon ein Notfall gewesen wäre. Eine tolle Leistung. Und erst die Armenischen Tänze: Ein Hochgenuss an Lautmalerei, Ausdrucksstärke und präziser Technik.

Nach der Pause brillierten sechs Jagdhörner und bliesen zum formidablen Halali. Dann überließ Michael Euler das Pult der Dirigentin Lisa- Marie Holzschuh, Studentin im dritten Semester. Es war wirklich beeindruckend, wie die junge Frau sich ganz locker vor ein Orchester dieser Größe stellte und mit klarem, unmissverständlichem Dirigat die Führung übernahm. Sie hatte ihrem Programm einen modernen Sound verordnet: Swing, Pop, Filmmusik. Eine geniale Vorstellung mit dem begnadeten Sänger Simon Novsky. Sehr feinfühlig ließ die junge Dirigentin auch an die Kameraden denken, die momentan im Auslandseinsatz sind und der Song „I will always return“ mit Simon Novsky ging unter die Haut.

Ein Derwisch auf dem Xylophon, so könnte man das Spiel von Stephan Krecklow bezeichnen, einfach umwerfend in Präzision und Spielfreude. Eine Gaudi war der Auftritt der „Flotten Feger“. Als Putzkolonne verkleidet, musizierten sie auf Mülleimern, Blechschaufeln und mit Besen. Eine köstliche Vorstellung. Mit einer Hommage an Udo Jürgens wollte sich das Ausbildungsmusikkorps verabschieden, aber es waren noch einige Zugaben fällig, bis Michael Euler die Halle zur Ruhe brachte – mit der Nationalhymne, zu der alle aufstanden und mitsangen. Ein Riesenapplaus dankte allen Beteiligten.

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