Lerndefizite als Folgen des Lockdowns : Ausgleich von Lerndefiziten bei Schülern

Seit Pandemie-Beginn fiel für ein Großteil der Mettmanner Schülerschaft fast ein halbes Jahr Präsenzunterricht aus. Kita-Kinder waren ebenfalls bloß in Notbetreuung. Das hat zu erheblichen Lernrückständen und zu psychosozialen Belastungen geführt. Förderprogramme sollen ausgleichen.

Gemäß einer Ifo-Studie verbrachten Schulkinder im Corona-Lockdown Anfang 2021 im Schnitt nur 4,3 Stunden am Tag mit schulischen Tätigkeiten. Das sei zwar eine knappe Dreiviertelstunde mehr als während der ersten Schulschließungen im Frühjahr 2020. Aber es sind drei Stunden weniger als an einem üblichen Schultag vor Corona. „Besonders bedenklich ist, dass 23 Prozent der Kinder sich nicht mehr als zwei Stunden am Tag mit der Schule beschäftigt haben“, sagt der Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann. Die Corona-Krise sei eine extreme Belastung für die Lernentwicklung und die soziale Situation vieler Kinder, auch in Mettmann.

Kinder und Jugendliche brauchen deshalb Unterstützung und Hilfe. Während der Pandemie – die gerade Pause macht – und danach. Die Stadt führt zahlreiche Maßnahmen auch mit finanzieller Unterstützung von Bund und Land durch. Im Bereich Kitas hat die Stadt Fördermittel zur Unterstützung der frühkindlichen Bildung über das Bundesprojekt „Sprach-Kitas“ beantragt. In der städtischen Kita Rheinstraße könnten damit eine halbe Stelle für die Sprachförderung bis Ende 2022 sowie Anschaffung digitaler Medien und Lernmaterialen finanziert werden. Eine Bewilligung des Antrags liegt noch nicht vor.

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Im Zuge der „Personal- und Qualifizierungsmaßnahme des Landes NRW“ werden die bis zum 31. Juli 2021 befristeten Verträge der Alltagshelfer in den Kitas bis zum 31. Dezember 2021 verlängert, um die Erzieher in den Kitas bei den weiter hohen Anforderungen an die Hygiene in den Einrichtungen zu unterstützen und zu entlasten.

Die Zuschüsse für freie Träger zur Umsetzung von Ferienfreizeiten und die Unterstützung außerschulischer Angebote werden erhöht. Außerdem wurde eine Aufstockung des Bundesprogramms Mehrgenerationenhaus umgesetzt. Dadurch werden insbesondere Familienausflüge möglich.

Im Bereich Schule soll die kommunale Schulsozialarbeit im Rahmen des Förderprogramms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ ausgebaut werden. Die konkreten Antragsbedingungen liegen noch nicht vor, weshalb zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Angaben gemacht werden können, wie Thomas Lekies aus dem Büro der Bürgermeisterin mitteilt. In einigen Bereichen konnten die Planungen bisher nur sehr grob erfolgen, da die konkreten Förderrichtlinien noch nicht bekannt sind. Sobald sie vorliegen, steigt die Stadt in konkrete Planungen ein. Im Rahmen des Förderprogramms „Pandemiebedingte Lerndefizite“ haben die Schulverwaltung/Kämmerei 20.000 Euro, davon 80 Prozent gefördert, für erste Unterrichtseinheiten bereitgestellt. In der zweiten und dritten Ferienwoche gibt es Förderangebote für Grundschülerinnen und Grundschüler, in der vierten und fünften Ferienwoche für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen.

(RP/von)