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Mettmann: Was sagen die Parteien zur Zukunft der Stadthalle?

Kommunalwahl in Mettmann: Prüfsteine : Stadthalle – viele Chancen sind vertan

Das Ringen um die Zukunft der Stadthalle ist zäh. Zwar bereitet die Stadt derzeit den möglichen Abriss vor, doch eine Entscheidung über die Zukunft von Halle und Gelände steht weiter aus.

Das zähe Ringen um die Zukunft der Neandertalhalle ist für viele Bürger nicht mehr nachvollziehbar. Der Unterhalt des Gebäudes verursacht laufende Kosten und es müsste für einen Millionenbetrag saniert werden. Das Kulturkonzept der Stadthalle scheint vielen nicht mehr zeitgemäß. Das sind allesamt Gründe dafür, sie aufzugeben. Doch es gibt auch Gründe, sie weiter zu betreiben: Fehlt sie, dann gibt es keinen Ort in Mettmann mehr, an dem mehr als 200 Gäste zusammen kommen können. Sie ist mit der Stadtbibliothek ein Treffpunkt für Bildungsinteressierte. Und sie bildet für die Stadt Mettmann ein kommunales und von allen nutzbares Vermögen, das mit einem Abriss aufgelöst, mit einer Sanierung aber in seinem Wert gesteigert würde – daher kämpfen einige Mettmanner Bürger weiter für ihren Erhalt.

Fest steht: Der Rat hat Ende vergangenen Jahres mit knapper Mehrheit entschieden, alles für einen möglichen Abriss vorzubereiten. Dies um Zeit zu sparen; die eigentliche Entscheidung über die Zukunft der Neandertalhalle werde damit noch nicht vorweg genommen, betonte die Politik. Und damit ist sie weiter offen. Der Weg zu einem möglichen Abriss wäre ohnehin noch mit Stolperfallen gesät, gilt doch die Halle als denkmalwürdig und erhaltenswert. Die Stadt muss daher erst einmal einige bürokratische Hürden überwinden, bevor die Halle tatsächlich niedergelegt werden könnte.

Seit rund 20 Jahren läuft die Diskussion um die Zukunft der Stadthalle, und ihr baulicher Zustand hat sich seither noch verschlechtert. Die Stadt lässt nur noch die absolut notwendigen Reparaturen vornehmen; werterhaltend ist das nicht. Es ist indes wertvolle Zeit verstrichen, in der die Stadt Mettmann die Chance gehabt hätte, sich ein neues kulturelles Profil zu geben. Hier fehlt es an Impulsen, gleich, von wem sie kommen. Eine Investorenlösung hätte zwar Vorteile für die Stadt, würde aber wohl eher Lösungen von der Stange bieten. Zudem drängt sich mehr und mehr das Problem um die Zukunft des Mehrgenerationenhauses in den Vordergrund. Bei einer großen Lösung für das Gelände würde auch dieses überplant und womöglich abgerissen. Soll ein neues Jugendzentrum am selben Platz entstehen? Oder irgendwo anders? Angesichts der andauernden Diskussion um Ruhestörungen scheint klar, dass Mettmann ein solches Jugendzentrum dringend braucht. Doch dieser und jeder andere Standort werden umstritten sein. Auch hier gilt es dringend, Perspektiven zu schaffen – eine Aufgabe nun für den neuen Rat und Bürgermeister/in.