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Mettmann: Vereine vermissen in Corona-Zeiten die Geselligkeit.

Mettmann : Vereine vermissen die Geselligkeit

Sitzungen mit reduzierter Teilnehmerzahl oder Videokonferenzen sind möglich, ersetzen aber nicht das Vereinsleben, das im persönlichen Wiedersehen, im Plaudern und gemeinsam verlebter Zeit besteht.

In den letzten Tagen nehmen nach den strengen Corona-Vorschriften der vergangenen Wochen die Lockerungen durch den Bund und das Land NRW immer mehr zu – von vielen begrüßt. Es gibt aber auch kritische Stimmen. Fast zum Erliegen gekommen sind in der Pandemie-Krise die Aktivitäten der Vereine in Mettmann.

Die RP-Redaktion hörte sich bei einigen Vorständen um, wie sich vor allem bei den Mitgliedern der zum Brauchtum gehörenden Klubs in den vergangenen Wochen das Vereinsleben entwickelte und ob in diesem Jahr noch Aktivitäten geplant sind. „Wir sind zumindest als Vorstand im regelmäßigen Kontakt geblieben und haben versucht, uns Gedanken darüber zu machen, wie es in der Zeit nach den strengen Auflagen der Corona-Krise bei der Bürger- und Heimatvereinigung Aule Mettmanner weitergehen soll“, sagt Vorsitzender Friedel Liesenkloss.

Zuletzt habe es eine Vorstandssitzung im Stadtgeschichtshaus gegeben, berichtet der Aulen-Chef. „Da war es von Vorteil, dass wir dort einen großen Tisch haben, so dass die geforderten Abstände eingehalten werden konnten.“ Wie auch die anderen befragten Vereinsvorsitzenden machte er deutlich, dass streng darauf geachtet wurde, dass die Corona-Vorschriften Bestand hatten. „Wir planten für das erste Halbjahr 2020 einige traditionelle Aktivitäten, die leider wegen des Corona-Virus abgesagt werden mussten. Sogar unsere Jahreshauptversammlung konnten wir nicht durchführen.“

Soweit möglich sollen in den nächsten Monaten noch einige Veranstaltungen über die Bühne gehen. „Da denke ich beispielsweise an das traditionelle Adventsstöndchen der Aulen.“ Erscheinen wird übrigens demnächst unsere Mitglieder-Zeitschrift Medamana.

Gregor Neumann vom Bürgerverein Metzkausen erklärt, dass auch in seinem Heimatverein die Aktivitäten zu Corona-Zeiten zwangsweise deutlich heruntergefahren werden mussten. „Wie auch bei den anderen Vereinen hat die Gesundheit unserer Mitglieder höchste Priorität“, sagt der Vorsitzende mit Nachdruck. Der Vorstand tagte fast regelmäßig und nutzte dabei die digitalen Möglichkeiten, wie beispielsweise Video-Konferenzen. Unterstützt habe der Bürgerverein unter anderem die Arbeit der „Mettmanner Tafel“ mit einer großzügigen Spende. „Es kommt öfter vor, dass der Bürgerverein Spenden erhält, die aus runden Geburtstagen, Jubiläen etc. resultieren. Da verzichten die zu Ehrenden auf Geschenke und bitten stattdessen um Spenden zu Gunsten des Bürgervereins. Die Bürgervereinigung setzt diese Gelder für gute Zwecke ein.“

Wie bei den anderen Gruppierungen des Brauchtums wird auch bei den Mitgliedern und Kompanien der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft von 1435 das lebendige Vereinsleben vermisst. „Es ist eine schwere Zeit für uns. Wir hätten beispielsweise in gut drei Wochen unser überregional bekanntes Schützenfest mit Johannis-Kirmes. Das muss leider ausfallen“, erläutert Daniel Gebauer. Der engagierte 1. Brudermeister deutet an, dass zum ursprünglich geplanten Schützenfest die eine oder andere Aktion stattfinden soll. „Da finden bei uns im Vorstand gerade konkrete Überlegungen statt.“

Die Corona bedingte Auszeit ist vor allem für das Offiziers-Corps der Bruderschaft bitter. Es feiert in diesem Jahr das 200-jährige Bestehen. Die älteste Kompanie der Sebastianer hatte für das Jubiläum einige besondere Aktivitäten geplant, die jetzt entfallen müssen. Andreas Berg, Chef der Offiziere und Oberst der Bruderschaft, hofft, dass zumindest die Fest-Martinee am 18. Oktober stattfinden kann.