Kirche in Mettmann und Wülfrath Regenbogen AG kritisiert Vatikan-Text

Mettmann/Wülfrath · Dass die Katholische Kirche die Segnung homosexueller Paare erlaubt, machte vor Weihnachten vielen Gläubigen Hoffnung. Bewegt sich die Institution doch? Nach einer Textanalyse spricht die Mettmanner Regenbogen AG von „Stillstand“.

 Unser Archivfoto zeigt den Segnungsgottesdienst für alle sich liebenden Paare im Jahr 2023 in Mettmann. Nach einer anonymen Meldung aus Mettmann an den Vatikan gab es dafür vom Erzbistum Kön eine Abmahnung.

Unser Archivfoto zeigt den Segnungsgottesdienst für alle sich liebenden Paare im Jahr 2023 in Mettmann. Nach einer anonymen Meldung aus Mettmann an den Vatikan gab es dafür vom Erzbistum Kön eine Abmahnung.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

„Vatikan erlaubt Segnung homosexueller Paare“. Diese Schlagzeile erschien kurz vor Weihnachten. Sie bezog sich auf die neue „Fiducia supplicans“ (übersetzt: „Flehendes Vertrauen“). Die AG „Regenbogenkirche für alle“ aus Mettmann und Wülfrath hat sich seither intensiv mit dem Text aus Rom befasst. Ergebnis: „Das Gefühl der Freude und Hoffnung wich schnell der Ernüchterung und dem Schmerz.“

Dieser Schritt aus Rom sei so klein, dass es sich mehr wie ein Stillstand anfühle, kritisiert die Gruppe. Die Erklärung des Vatikans erlaube lediglich die Segnung von homosexuellen Paaren in zufälligen Begegnungen mit einem Priester oder in einem Gebet, welches in einer Gruppe oder zum Beispiel bei einer Pilgerreise gesprochen wird. Die Segnungen sollten nur „wenige Sekunden“ dauern. Enttäuscht schreibt die AG: „Und das ist auch schon alles!“

Eine Segensfeier, wie sie erst in Mettmann, später in ökumenischem Rahmen in Wülfrath gefeiert worden sei, wäre nach den neuen Regeln weiterhin nicht erlaubt. Zudem spreche der Vatikan davon, dass eine homosexuelle Beziehung eine „unsittliche und sündhafte Beziehung“ sei, deren Segnung in keinem Fall mit dem Ehesakrament verwechselt werden dürfe.

Deshalb spricht die AG von einem schmerzhaften Geschenk. Homosexuelle blieben für die katholische Kirche weiterhin Menschen zweiter Klasse. Die aktuelle katholische Sexual- und Ehelehre werde nicht novelliert. Um so wichtiger sei es, dass in Mettmann-Wülfrath keine Unterschiede zwischen hetero- und gleichgeschlechtlichen Paaren gemacht würden.

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