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Mettmann: Umtauch im Lockdown bei Einzelhändlern

Mettmanns Handel in der Corona-Krise : So läuft der Umtausch im Lockdown

Ein Recht auf Umtausch haben Käufer nicht, wenn die Ware keinen Mangel aufweist. Kunden sind vielmehr auf die Kulanz des Händlers angewiesen, teilt die Verbraucherzentrale mit. Mettmanns Einzelhändler machen unterschiedliche Angebote für die Rückgabe von Waren.

Ausgerechnet kurz vor Weihnachten startete der zweite harte Lockdown und brachte die Einzelhändler in Mettmann um beträchtliche Umsätze. „Gerade in den letzten Tagen werden noch viele Weihnachtseinkäufe gemacht“, weiß Carsten Matschinsky vom Elektromarkt Medimax in der Königshof Galerie. Zwar hat der Markt seinen Online-Handel befeuert, „aber damit erreicht man nur einen Bruchteil.“

Insgesamt sei der Lockdown für den Einzelhandel eine Katastrophe. „Seit dem Lockdown ist sehr wenig los“, sagt Matschinsky. Das bestätigt auch Axel Ellsiepen vom Bovensiepen Schreibwaren und Küchenshop an der Mühlenstraße: „Der Lockdown trifft uns extrem hart.“ Dabei geben sich die Einzelhändler sehr viel Mühe, um trotz allem für ihre Kunden da zu sein. „Unser Motto ist: alles für den Kunden, mit den Möglichkeiten, die wir im Moment haben“, betont Axel Ellsiepen. Und damit spricht er für viele Kollegen, die für ihre Kunden extra Abholboxen oder Abholstationen vor ihren Ladenlokalen eingerichtet haben, damit die Kunden weiterhin einkaufen können.

Das ist mit mehr Kosten- und Arbeitsaufwand verbunden bei wesentlich geringerem Umsatz, denn „es ist nicht vergleichbar mit einem offenen Ladenlokal“, sagt Ellsiepen. „Wir haben eine Abholstation eingerichtet. Die Kunden rufen an und wir geben die Ware dann raus.“ Nicht nur einkaufen können die Mettmanner auf diese Weise im Lockdown, so können unpassende Weihnachtsgeschenke umgetauscht werden. „Beim klassischen Weihnachts-Umtausch, wenn die Ware noch originalverpackt ist, bekommen die Kunden ihr Geld zurück“, sagt Carsten Matschinsky von Medimax. Hier wurde eine Glasfront geöffnet und ein Tresen mit Spuckschutz aufgebaut. „Das ist außerhalb des Ladens“, betont Matschinsky. „Wir sehen die Kunden vom Laden aus und kommen dann raus.“ Die Buchhandlung Rose Schlüter in der Königshof Galerie hat vor der Tür ein Abholfach. „Die Kunden können telefonisch bestellen und kontaktlos bezahlen“, erzählt Rose Schlüter. Und natürlich funktioniert auch ein Umtausch über das Abholfach. „Die Kunden bekommen einen Gutschein oder es wird gleich mit einem Neukauf verrechnet“, sagt sie. Das Abholfach werde gut angenommen. „Die Kunden sind froh, dass sie darüber noch im Lesen bleiben können“, sagt Rose Schlüter, „vor allem die Kinder freuen sich.“ Bei der Boutique Hauteville an der Oberstraße handhabt man den Kundenverkehr ganz unkompliziert. Eine Tafel vor der Tür fordert die Kunden auf: Bitte klopfen! „Ich mache dann die Tür einen Spalt auf und reiche die Ware oder den Gutschein für den Umtausch raus“, sagt Melanie Knappkötter. Sie sei den ganzen Tag im Laden. „Das eine oder andere Teil kann man an der Tür verkaufen“, sagt sie. Obwohl auch die Boutique stark vom Lockdown betroffen ist, bleibt Melanie Knappkötter positiv: „Es könnte schlimmer sein.“

Cora Fuchs von Miss Fox an der Freiheitsstraße verkauft Tee und Geschenke. „Ich bin in der glücklichen Situation, dass wir hier aufhaben und die Leute reinkommen können“, sagt sie. Gerade jetzt sei die Nachfrage nach Tee groß. Dafür wird bei Miss Fox so gut wie nie etwas umgetauscht. „Unsere Kunden suchen sich sehr genau aus, was sie verschenken“, sagt Cora Fuchs. Insgesamt habe sie sehr gute Erfahrungen gemacht. „Die Leute sind vorsichtig und tragen Masken.“