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Mettmann - Trauerweide muss aus Sicherheitsgründen gefällt werden

Mettmanns Natur und Umwelt : Trauerweide muss gefällt werden

Aus Sicherheitsgründen ist der circa 120 Jahre alte Baum an der Kantstraße zerlegt worden. Wie ein spannender Krimi boten sich den Zuschauern die einzelnen Schritte der Fällung.

Das war schon eine bewundernswerte Aktion, die am Samstag an der Kantstraße ablief: die circa 120 Jahre alte Trauerweide, ein Hingucker ersten Ranges, musste aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Drei Firmen waren mit sechs Männern und schwerem Gerät im Einsatz: Martin Kullmann, zuständig für die Fällung, die Firma Westphal Service, die mit einer Hebebühne und einem Kranwagen unterstützte, und die Firma Olaf Heitmüller, die für den Abtransport zuständig war.

Wie ein spannender Krimi boten sich den Zuschauern die einzelnen Schritte der Fällung. Zunächst wurden die kleinen Zweige abrasiert. Martin Kullmann stand in circa 20 Meter Höhe auf der Hebebühne und bediente die Kettensäge. Der Kran transportierte die Unmengen von Zweigen zu der wartenden Häckselanlage, die dann durch einen Trichter das gehäckselte Holz auf einen Lastwagen verbrachte – da war die erste Fuhre schon komplett.

Der zweite Akt wurde noch spannender: Die dicken Äste, bis zu circa zehn bis 15 Meter lang und mit einem Durchmesser von 30 bis 40 Zentimetern dick, wurden mit Ketten an dem Kranausleger befestigt, abgesägt und vorsichtig direkt zu der Häckselmaschine gebracht, um dort in einer knappen Minute zerkleinert zu werden.

Lisa Seibel und Sabine Wüstefeld, die mit ihren Kindern dieses Schauspiel verfolgten, war etwas wehmütig ums Herz, denn sie sind im Schatten dieses großartigen Baumes aufgewachsen. Doch einer der Mitarbeiter bestätigte nochmals die Notwendigkeit, dass dieses Schmuckstück der Kantstraße gefällt werden musste, denn bei den Arbeiten wurde noch mehr sichtbar, wie marode der Baum war. Und dennoch – auch Heiko Schumacher, der keine 100 Meter entfernt wohnt, bedauerte den Verlust dieses schönen Blickfangs. Schon lange durften die Kinder der Familien Seibel und Wüstefeld nicht mehr auf dem Hof in der Nachbarschaft des Baumes spielen – die Gefahr, dass abbrechende Äste sie hätten verletzen können, war zu groß. Der Besitzer des Grundstückes, auf dem der Baum stand, hat jahrelang und mit großem finanziellen Einsatz versucht, diesen zu retten, doch selbst Martin Kullmann, der Fachagrarwirt für Baumpflege und Sanierung, musste vor dem Verfall dieses markanten Gewächses kapitulieren.