Mettmann: Studenten planten Ausstellung in Eigenregie

Mettmann: Kunststudenten zeigen ihre Skulpturen

Die jungen Künstler planten die Ausstellung „Fachwerk“ im Kunsthaus Mettmann in Eigenregie.

Für die sieben Studenten der Kunstakademie aus der Klasse von Prof. Didier Vermeiren ist die Ausstellung im Kunsthaus Mettmann etwas Besonderes. Ganz in Eigenregie haben sie die Schau geplant. „Ganz ohne Kurator“, erklärt Kunststudentin Irene M.C. Kastner. „Jeder darf jederzeit seinen Senf dazugeben. Zu der Klasse gehören neben Kastner Henrike König, Hanne Köster, Luis Romero, Emma Schieding, Tristan Ulysses Hutges und Elija Wagmann.

Vor rund vier Wochen haben die Düsseldorfer Nachwuchs-Künstler die Räumlichkeiten zum ersten Mal besucht, dann wurden die ersten Vorbereitungen, insbesondere die Auswahl der Werke getroffen. Den Ausstellenden ist es dabei wichtig, gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Einem übergeordneten Konzept folgen die Studenten nicht, meist wird intuitiv entschieden, welches Kunstwerk am besten zu den Räumlichkeiten des Kunsthauses passt und an welchem Platz es die größte Wirkung entfaltet.

„Wir haben eine Klasse eingeladen, die mal etwas anderes macht“, sagt Monika Kißling, erste Vorsitzende des Kunsthaus Mettmann. „Meist werden hier Malereien ausgestellt. Doch diese Skulpturen der Studenten sind spannend. Man geht bei jedem Stück auf eine Entdeckungsreise.“ Gezeigt werden mehr als 20 Skulpturen unterschiedlichster Größe und aus verschiedenstem Material. Das kann mal eine mehrteilige Skulptur aus Metall sein, wie die von Emma Schmieding, eine Erdarbeit von Hanne Köster oder ein Werk aus Alublech und Holz von Tristan Ulysses Hutgens.

Letzterer arbeitet übrigens stets nach einer materialspezifischen Logik, wie seine Kommilitonin Köster erklärt. Bei seinem Werk aus Alu wählte er beispielsweise ein Blech mit einer Länge von zwei Metern, das genau seinem Körpermaß entspricht. Das Blech verformte der 24-Jährige mit Hilfe eines Marmorsteins. Dabei achtete er darauf, dass das Material zu gleichen Teilen bearbeitet und unbearbeitet blieb.

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Bei ihrem Werk „Broken Circle“ ist Hanne Köster hingegen die Kombination von Natur und Künstlichkeit wichtig, von offenen und geschlossenen Räumen und unterschiedlichen Perspektiven. Bei ihrem Werk verwendete die Kunststudentin ein Gemisch aus Kunststoff und Sand.

Zur Orientierung der Besucher dient eine Raum-Skizze, die ähnlich eines Wohungsumrisses die Kunstwerke von oben eingezeichnet hat. Die Gesamtheit der Kunstwerke in den Ausstellungsräumen soll so einen Pfad durch Körperbezug und Blicknahme bilden.

Unterschiedliche Skulpturen erzielen beim Betrachter unterschiedliche Wirkungen.„Wichtig ist, dass die Räume nicht zu voll, aber auch nicht zu leer wirken“, sagt Kastner. Man müsse dabei mit dem vorhandenen Ausstellungsraum arbeiten. Mal hängen die Werke der sieben Studenten an der Wand, mal sind sie in Nischen ausgestellt oder ruhen in sich auf dem Boden. Spezielle Abgrenzungen für den Besucher gibt es nicht. Gucken ist erlaubt, ja ausdrücklich erwünscht, Anfassen aber jedoch verboten.

Alle sieben Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie freuen sich auf die Vernissage am heutigen Freitag, 7. Dezember, die ab 18 Uhr im Kunsthaus Mettmann stattfindet. Dann haben Interessierte auch Gelegenheit mit den Künstlern in Kontakt zu treten und sich auszutauschen.

(isf)