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Mettmann-Sport liefert angesichts der Corona-Pandemie Lebensmittel

Engagement in Zeiten von Corona : Wenn der Sportverein zum Versorger wird

Mettmann-Sport bietet für Anwohner in Quarantäne und die Corona-Risikogruppe einen Lieferservice für Lebensmittel an. Wie es zur Idee kam und wie sie ankommt.

Als Martina De Kloets Mann am 13. März aus dem Skiurlaub in Österreich zurückkam, wusste die Familie schon, was auf sie zukommen würde: zwei Wochen selbstverpflichtende Quarantäne. Als dann auch die klassischen Symptome für eine Corona-Infektion – Husten, Schwitzen und erhöhte Temperatur – dazu kamen, wusste De Kloet, dass sie, ihr Mann und ihre beiden Söhne das Haus nicht mehr verlassen werden. Auch zum Einkaufen nicht.

„Einige Nachbarn haben uns Hilfe für die Einkäufe angeboten“, erzählt Martina De Kloet, aber dann wurde sie auf Facebook auf das Lieferservice-Angebot von Mettmann-Sport aufmerksam und war begeistert. Angesichts der Corona-Pandemie hat der Verein sein komplettes Alltagsgeschäft aufgegeben. Sandra Pietschmann, Geschäftsführerin von Mettmann-Sport, erinnert sich noch an den 13. März, den sie nur den „Corona-Black-Friday“ nennt. An diesem Tag hat der Verein beschlossen, den Sportbetrieb komplett einzustellen und alle Veranstaltungen und auch Feriencamps abzusagen. Am Montag darauf habe es dann ein Meeting mit viel Abstand zwischen den Anwesenden gegeben. „Wir wollten als Verein Hilfe in Zeiten der Krise anbieten und schnell war klar: Wir gehen einkaufen!“

Zuerst rief und schrieb der Verein seine rund 5000 Mitglieder an, um das Angebot bekannt zu machen. Auch die De Kloets sind Mitglieder: Die Eltern sind Triathleten; die beiden Jungs machen Handball und Schwimmen. Grundsätzlich richtet sich der Einkaufsservice jedoch nicht nur an Mitglieder, sondern an alle Mettmanner in Quarantäne oder aus der Corona-Risikogruppe. Dazu zählen beispielsweise Senioren oder  Menschen mit einer Vorerkrankung.

Das Ganze läuft wie folgt ab: Zunächst muss der Betroffene die Einkaufsliste an Mettmann Sport übermitteln – das geht telefonisch oder auch online.  Das Team hat dazu ein eigenes Formular erstellt, das auf der Webseite des Vereins heruntergeladen und ausgefüllt werden kann (siehe Infobox). Nachmittags steht dann ein voller Warenkorb vor der Haustüre.

Genauer gesagt, steht dann Anja Salomon dort. Die 57-Jährige ist eigentlich Schwimm- und Reha-Trainerin im Mettmanner Sportverein. Jetzt ist sie eine von vier Helfern, die den Lieferservice organisieren, einkaufen gehen und die Lebensmittelkörbchen überbringen.

„Ich habe mich direkt gemeldet, als gefragt wurde, wer das gerne machen möchte“, erzählt Salomon. Täglich können bis spätestens 12 Uhr Einkaufswünsche übermittelt werden. Anschließend fahren Salomon und ihr Team in den Supermarkt. Rund 15 Haushalte versorgen sie im Moment. Der Einkaufswagen sei da schon manchmal randvoll – ein Dorn im Auge vieler anderer Einkäufer. „Uns begegnen schon viele mit bösen Blicken. Vor allem wenn es ums Klopapier geht. Da hab ich auch schon fiese Kommentare zu hören bekommen“, sagt Salomon. Sie nehme das aber gelassen – besorgt den Betroffenen trotzdem Klopapier und denkt sich: „Wenn die nur wüssten!“

Mit dem Supermarkt hat das Team auch alles abgesprochen. Bezahlt wird übrigens komplett ohne Bargeld. „Wir wollen unsere Mitarbeiter natürlich auch schützen“, erklärt Geschäftsführerin Pietschmann. Die Einkäufe würde der Verein per Lastschriftmandat vom Konto der Betroffenen einziehen. Damit sie alle Einkäufe auch überbringen kann, hat das Autohaus Gottfried Schulz dem Team einen Caddy zur Verfügung gestellt. Den Service wollen sie so lange aufrechterhalten, wie auch die Risikogruppe geschützt werden muss.

Gerade alleinstehende oder ältere Ehepaare würden sehr dankbar sein. „Das Feedback ist wirklich ganz toll“, erzählt Salomon. Und auch Martina De Kloet ist voll des Lobes für den Verein: „Das ist wirklich eine super Aktion. Was Besseres hätte uns nicht passieren können.“

Weitere Hilfsangebote – und die Möglichkeit, welche bekannt zu machen – finden sich unter www.rp-gemeinsamstark.de.