Engagement in Mettmann Wenn Laufbegeisterung zu barer Münze wird

Mettmann · Am Donnerstag wurde ein Spendenscheck aus dem Sponsorenlauf an den Kinderschutzbund übergeben.

Aus dem Spendenlauf des Heine-Gymnasiums gehen 5000 Euro an den Kinderschutzbund. Es freuen sich: (v.l.) Fabian, Hannah (beide Schülersprecher der Q1), Jürgen Winkelmann (Kinderschutzbund) und Leonard (auch Schülersprecher Q1).

Aus dem Spendenlauf des Heine-Gymnasiums gehen 5000 Euro an den Kinderschutzbund. Es freuen sich: (v.l.) Fabian, Hannah (beide Schülersprecher der Q1), Jürgen Winkelmann (Kinderschutzbund) und Leonard (auch Schülersprecher Q1).

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Im Herbst vergangenen Jahres haben sich über 900 Schülerinnen und Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums, HHG, am Sponsorenlauf beteiligt. Und das mehr als erfolgreich! So staunten die Organisatoren nicht schlecht, es kamen bei der Endabrechnung der Kilometer mehr als 10.000 Euro zusammen. Davon werden 4000 Euro in neue Sportgeräte und 1000 in die Schulverschönerung investiert. Mit den restlichen 5000 Euro möchte die Schule, wie auch vor zwei Jahren, den Kinderschutzbund unterstützen.

Eine solche Unterstützung hilft dem Kinderschutzbund momentan sehr. Er finanziert seine Arbeit durch Spenden, die immer wieder neu eingeworben werden müssen. Und durch städtische Zuschüsse, die durch die Haushaltskonsolidierungspflicht schrumpfen könnten. HHG-Schulleiter Hanno Grannemann freut sich, durch das Engagement der Schüler die Organisation unterstützen zu können: „Es ist schön, wenn bei einer mit Herzblut verbundenen Aktion am Ende auch so was Gutes rauskommt. Wir unterstützen gerne und Bereich Bildung passt ja.“

Der Kinderschutzbund hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schülerinnen und Schüler aus finanziell schwächeren Familien dabei zu helfen, ihre Schulziele zu erreichen. Ihnen fehlt häufig ein Rückzugsort zum Lernen. Weil der Kinderschutzbund eine nachhaltige Veränderung bewirken will, muss das Problem bei der Wurzel gepackt werden. Durch Eltern Cafés und Themenabende soll begleitend die Erziehungskompetenz der Eltern geschult werden. Außerdem wird die Lesekompetenz vor allem in den Grundschulen stärker gefördert.

Jürgen Winkelmann, Vorsitzender des Kinderschutzbundes Mettmann, erklärt: „Kinder aus finanzieller Bedürftigkeit verpassen häufig ihre Bildungschancen. Wenn sie einmal den Anschluss verloren haben, erlangen sie womöglich keinen Abschluss und dadurch erschwert sich die Suche einer Berufsausbildung. Somit schließt sich der Teufelskreis der Armut, den wir durchbrechen wollen.“

Dieses Ziel verfolgt der Verein mit Erfolg. Denn momentan betreuen die Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer des Kinderschutzbundes in zwei Einrichtungen rund 50 Schülerinnen und Schüler mit einer Erfolgsquote von 95 Prozent.

Mit einem kleinen Teil des gespendeten Geldes sollen Materialien angeschafft werden. Der Großteil fließt allerdings in die zu tragenden Personalkosten. Dabei werden weitere Unterstützer gesucht. Auch wenn die Spendensumme eine große Unterstützung darstellt, ist es damit jedoch noch lange nicht getan. Neben weiteren ehrenamtlichen Helfern hofft der Kinderschutzbund vor allem auch Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe anwerben zu können.

Dabei merkt Angela Mäder, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Mettmann, an: „Wir freuen uns über jede Unterstützung und ich denke auch, dass soziales Engagement sehr förderlich für die eigene Charakterbildung sein kann.“

Der Kinderschutzbund benötigt in jedem Fall ganz viel Unterstützung, dabei ist die Spende des HHG zumindest schon mal ein sehr guter Anfang. So sagt Thomas Krei, Sportlehrer am HHG: „Mit relativ wenig Arbeit kann man einen so großen Beitrag leisten, eigentlich müsste man so was jede Woche machen“.

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