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Mettmann: Schuldnerberater haben lange Warteliste

Mettmann : Schuldnerberater haben lange Warteliste

Wer auf einen Termin bei Caritas oder Diakonie hofft, muss mitunter bis zu vier Monate warten.

Im Kreis Mettmann gibt es zwei Schuldner- und Insolvenzberatungen, betrieben von Caritas und Diakonie. Beide legten im Sozialausschuss der Stadt Mettmann jetzt ihre Jahresberichte für 2017 vor. Sie zeigen, dass die Beratung und Unterstützung der Experten nach wie vor intensiv genutzt wird. „Der Beratungsbedarf konnte nur durch eine deutlich fokussierte und gestraffte Beratung gedeckt werden“, berichtet Charlotte Pleß von der Diakonie im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann. Zugleich mussten Ratsuchende auf ihr Erstgespräch mitunter bis zu vier Monate warten.

Die Diakonie nahm im vergangenen Jahr 34 Ratsuchende aus Mettmann neu auf, davon zwei in der Kurz- und 32 in der Langzeitberatung. Die Mehrheit der Schuldner (30,9 Prozent) hatte Schulden in Höhe von bis zu 5000 Euro. Bei 16,2 Prozent war die Schuldenlast mit mehr als 50.000 Euro mehr als drückend. Fast die Hälfte der Schuldner hatte bis zu fünf Gläubiger, in neun Prozent waren es sogar mehr als 20. In aller Regel ging es dabei um Bestellungen, Mobilfunkrechnungen oder nicht ausgeführte EC-Kartenzahlungen, aber auch um größere Kredite für Auto und Immobilien.  In zwölf Fällen wurde eine Verbraucherinsolvenz beantragt.

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Lediglich sechs Prozent der Klienten waren im Berichtsjahr unter 25, „was allerdings nicht daran liegt, dass in der Altersgruppe der Beratungsbedarf so gering ist. In dieser Altersgruppe scheint es häufiger so zu sein, dass Zahlungsverpflichtungen nicht ernst genommen werden, bis konkrete Konsequenzen zu spüren sind“, berichtet Charlotte Pleß.

Das deckt sich mit den Angaben der Caritas, die 83 Klienten betreute, davon nur vier unter 25-Jährige. 60 davon waren 2017 neu aufgenommen worden. Mit 31 Klienten hatte die größte Gruppe Schulden zwischen 10.000 und 25.000 Euro, 14 Betroffene hatten Schulden in Höhe von 50.000 Euro und mehr. Acht Klienten hatten mehr als 20 Gläubiger. Es wurden 26 Verbraucherinsolvenzverfahren eingeleitet. Ein Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr bei der Schuldenprävention für geflüchtete Menschen: „Das Thema hat auch diesen Personenkreis erreicht“, konstatiert die Caritas.

(arue)