Mettmanner Aktion für Wohnungslose Schützen als Köche bei der Caritas

Mettmann · Schnitzel auf Schupfnudeln gab es kostenlos für Besucher des Tagestreffs an der Lutterbecker Straße. Dieses Essen gehört zu einer von mehreren sozialen Aktionen, die die Johannes-Kompanie regelmäßig veranstaltet.

Erstmals nach der Corona-Zwangspause kochten die Schützen, hier Stefan Räker, für Wohnungslose.

Erstmals nach der Corona-Zwangspause kochten die Schützen, hier Stefan Räker, für Wohnungslose.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

„Wir haben seit meinem Königsjahr 2018 eine gute Verbindung zum Wohnungslosen-Treff des Kreis-Caritas-Verbandes“, sagt Stefan Räke, Chef der Johanneskompanie der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft 1435. Das bedeutet: Mindestens ein Mal im Jahr kochen Mitglieder der Kompanie für die Besucher des Tagestreffs.

„Was sonst 1,50 Euro kostet, wird dann kostenlos angeboten.“ Dieses Essen gehört zu einer von mehreren sozialen Aktionen, die die Johannes-Kompanie regelmäßig veranstaltet. Der ausgebildete Koch stand mit seinem Schützenbruder Klaus-Dieter Stickley in der Küche des Wohnungslosen-Treffs und bereitete Hähnchenfilet auf Schupfnudeln mit Frühlingsgemüse zu. Für den geübten Koch war die Arbeit keine Herausforderung. „Es macht einfach Spaß zu kochen, wenn die Besucher so dankbar das Essen annehmen“, freute sich auch Klaus-Dieter Stickley über die tolle Resonanz.

Dass es zum Nachtisch Käsekuchen mit Himbeeren gab, war einerseits dem Geschmack geschuldet, denn es sollte ja allen gut munden. Andererseits gibt es für den Wohnungslosentreff Zutatenvorschriften, Alkohol ist dabei tabu.

Liane Fischer und Florian Langfeld koordinieren den Caritas-Wohnungslosentreff, den täglich an den Werktagen von Montag bis Freitag jeweils 15 bis 20 Leute aufsuchen. „Da geht es nicht nur ums Essen, sondern darum, sich zusammenzusetzen und untereinander Erfahrungen auszutauschen“, sagt Liane Fischer. „Das ist hier alles gut organisiert und wird nicht nur von Wohnungslosen aufgesucht, sondern es häufen sich immer mehr die Fälle, dass wir von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen um Rat gebeten werden“, bestätigt auch Abteilungsleiterin Katja Neveling.

Sie macht deutlich, dass es sehr wichtig sei, denjenigen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, eine Beratung zukommen zu lassen. „Da haben wir ein spezielles Beratungsangebot, von dem zahlreich Gebrauch gemacht wird. Unsere Mitarbeiter sind gut vernetzt und haben auch Kontakte zu den hiesigen Wohnungsbaugesellschaften. In Teilzeit ist auch eine Immobilienkauffrau für uns tätig“, betont Katjas Neveling. Zurzeit ist es sehr schwierig, eine Wohnung zu finden.

Daher sei es besonders wichtig, im Gespräch mit einem Vermieter, der einem Mieter wegen Mietschulden oder sonstigen Gründen kündigen möchte, eine Lösung zu finden, dass der Mieter weiter beim Vermieter wohnen darf.

Kompaniechef Stefan Räker machte deutlich, dass in diesem Jahr die Aktion „kleiner Weihnachtsmarkt“ mit der Caritas wieder stattfinden soll. Liane Fischer betont, dass nur aufgrund vieler Spender wie beispielsweise der Kolping-Familie der Wohnungslosentreff aufrechterhalten werden könne.

Der Johanneskompanie ist ihr soziales Engagement ein wichtiges Anliegen, so gab es diese Kochaktion in der Vergangenheit bereits einige Male. Besonderer gern kümmern die Schützen sich um die Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes Mettmann. „Caritas, also Nächstenliebe, ist unser aller Gebot und die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Mettmann 1435 e.V. steht dafür.“

Denn vertrauensvolle Zusammenarbeit für die gemeinsame Sache ist für beide Akteure wichtiges Anliegen.

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