Mettmann: Redakteurin testet die Begrüßung der Stadt

Begrüßung in Mettmann : So heißen Städte Neubürger willkommen

Was tun Mettmann, Erkrath und Wülfrath, um Einwohner zu werben - und sie dann zu halten? Wir machen den Check.

Ich fühle mich willkommen. Nein, wirklich. Die Stadt Mettmann nimmt mich mit offenen Armen auf. Als neues Mitglied der RP-Redaktion wollte ich es ausprobieren: Wie begrüßen eigentlich die Städte Mettmann, Erkrath und Wülfrath ihre Neubürger? Immerhin werben diese wie eigentlich alle Städte in NRW intensiv um den Zuzug von Erwerbstätigen und Familien. Wie also präsentieren sich die Kommunen den neuen Einwohnern? Worauf machen sie aufmerksam? Welchen Service liefern sie? Und welchen Eindruck macht das?

Die Stadt Mettmann lässt sich ihren Auftritt etwas kosten. Das dicke, braune Paket, das da in meinem Briefkasten liegt, macht neugierig: 14 Broschüren sind enthalten. "Einkaufen und genießen in Mettmann" heißt die eine, "Frisch vom Hof im Neanderland" eine andere. Wo ich regionale Produkte erhalte, weiß ich also schon mal. Nur leider gibt es keinen Stadtplan, den man zur Orientierung - auch in Zeiten von Navigationsgeräten - immer noch braucht. Stattdessen: Broschüren von Stadtbibliothek, Bürgerbüro und Kreis-Service-Center mit Öffnungszeiten, dazu ein Abfallkalender und ein Fahrplan der Regiobahn. Alles praktisch, informativ und zum Aufbewahren geeignet. Kernstück des Pakets ist ein 72 Seiten starkes Heft der Kreisstadt Mettmann, in dem Adressen von Vereinen und Institutionen, Kitas und Schulen enthalten sind.

Alles in allem macht dieser Auftritt einen soliden Eindruck. Doch warum den neu zugezogenen Familien im Begrüßungspaket nicht gleich auch noch ein Geschenk beilegen - etwa in Form von Gratis-Eintrittskarten für Naturfreibad oder Freizeitbad? Oder einen Gratis-Leseausweis für Familien der Stadtbibliothek, gültig für ein Jahr? "Zurzeit überarbeiten wir die Inhalte und die Form des Neubürger-Begrüßungspaketes", berichtet Thomas Lekies von der Stadt Mettmann. Auch die Homepage soll erneuert werden, wenn der Rat am 3. Juli über das neue Logo der Stadt entscheidet.

Die Stadt Wülfrath begrüßt Neubürger mit der Broschüre "Willkommen in Wülfrath". Die gibt es bei der Anmeldung, aber auch - wie praktisch - im Internet. Fotos von gelben Rapsfeldern und bergisch-schieferschwarzen Hausfassaden erzeugen Heimatgefühle. Wirkt sympathisch, dieses Wülfrath. Die Texte sind kurz und gut lesbar. Einer davon offeriert einen "Begrüßungsrucksack für die Jüngsten", in dem Eltern nützliche Adressen, aber auch Gutscheine und Geschenke finden sollen. Also nix wie anrufen unter der angegebenen Telefonnummer. Doch "diese Rufnummer ist uns nicht bekannt", sagt die blecherne Telekom-Stimme vom Band. Tatsächlich haben sich seit Erstellen der Broschüre 2014 einige Kontakte geändert, erläutert Anja Haas vom Amt für Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus. Das Heft werde derzeit überarbeitet, "wir sind mit Hochdruck dran", versichert Haas. Ende Juni soll es fertig sein. Fazit: Die 44-seitige Broschüre ist für die Stadt Wülfrath, sobald die Kontakte aktualisiert sind, ein klares Image-Plus.

Die Stadt Erkrath versendet zurzeit keine Begrüßungspakete für Neubürger, erläutert Sprecherin Maria Steinmetz. Doch sie verweist auf die "brandneue" Homepage der Stadt, die tatsächlich flott und übersichtlich gestaltet ist. Freizeit, Schulen, Kitas - alles da.

Übrigens: In ihrem Paket verschickt die Stadt Mettmann derzeit auch noch einen Organspendeausweis. Vielleicht als Anregung, sein Herz in - oder an - Mettmann zu verlieren?

(arue)
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