Mettmann: Priester spricht über seine Heimat Syrien

Vortrag in Katholischer Kirchengemeinde Mettmann : Priester spricht über seine Heimat Syrien

George Aboud ist zu Gast bei der Katholischen Kirchengemeinde. Er stellt sich ihr mit einem spannenden Vortrag vor.

Bald vier Wochen ist Pater George Aboud, melkitischer Ordenspriester aus Damaskus, zu Gast bei Pfarrer Ullmann in der Katholischen Kirchengemeinde Mettmann. Der aus Jordanien stammende Pater wird ab 1. Juli eine Pfarreistelle in Heiligenhaus antreten und bis dahin auch weiterhin aktiv am Mettmanner Gemeindeleben teilnehmen und es mitgestalten. Wie am Freitagabend, als er bei einem Vortrag im Johann-Flintrop-Haus rund 40 Zuhörern mit einem professionellen Power-Point-Vortrag zur Situation der Christlichen Gemeinden vor und während des Kriegs in vor allem Syrien berichtete.

Diese Idee war bei einem Grillabend in der Oberstadt entstanden. Dort war Pater Georg auf die Situation in seiner letzten Pfarrei in Damaskus, „der Stadt des Heiligen Paulus“, wie er zu Beginn seines Vortrags bemerkte, angesprochen worden. So erfuhren die Zuhörer in einer gut dreißigminütigen Präsentation, vorgetragen in vorzüglichem Deutsch, das der Pater am Goethe-Institut und während seiner Zeit in verschiedenen Kölner Altstadt-Gemeinden gelernt hatte, wie groß die Diversifikation der christlichen Gemeinden im Nahen und Mittleren Osten ist. „Letztlich geht alles auf das große Schisma im Jahre 1045 zurück, bei der sich die Ost- von der Westkirche abgespalten hat“, holte der in Kirchengeschichte äußerst bewanderte 51-Jährige aus, um dann den Bogen zu den heute in Syrien beheimateten christlichen Glaubensrichtungen zu schlagen:

„Es kann vorkommen, dass in einer Diözese bis zu acht Bischöfe beziehungsweise Patriarchen parallel tätig sind“, verdeutlichte er die Zersplitterung in eine katholische und eine orthodoxe Richtung. Dort existieren nebeneinander die griechisch-orthodoxe, die melkitische, die syrisch-orthodoxe, die syrisch-katholische, die armenisch-orthodoxe, die armenisch-katholische, die assyrische und die chaldäische Ausrichtung des christlichen Glaubens. Diese Vielzahl ließ Pfarrer Ullmann am Ende des Vortrags mit einem Zwinkern bemerken: „Da lobe ich mir die gelebte Ökumene mit unseren evangelischen Glaubensschwestern und -brüdern hier in Mettmann“.

Betroffen zeigten sich die aufmerksam folgenden Zuhörer von den Berichten über die Opfer und Verletzten, die Pater Georgs Gemeinde während des Krieges zu beklagen hatte, sowie die Schäden durch Granat- und Bombeneinschläge an den Gebäuden der Gemeinde. Dieser gehörten vor dem Krieg rund 800 und jetzt noch etwa 500 bis 600 Mitglieder an.

Informativ und lehrreich waren auch seine Ausführungen über das aktive Gemeindeleben, das eine Pfadfinder-Organisation und eine Katechismus-Schule für Kinder und Jugendliche umfasst. „Wir haben unsere Feste ohne Probleme auf die Straße tragen können“, sagte Pater Georg, als er zum Beispiel über die Feier des Oster- oder Pfingstfests berichtete und Fotos dazu zeigte. Im Anschluss folgten eine lebhafte Fragestunde und Diskussion mit dem engagierten Pater zur Situation in Syrien und den anderen Krisenherden im Nahen und Mittleren Osten.

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