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Mettmann: Präbentionsmaßnahmen der Polizei

Betrugsversuche erkennen und richtig reagieren : Keine Abzocke per Enkeltrick

Die Spielarten des Betrugs am Telefon rund um den so genannten Enkeltrick sind immer wieder anders. Deshalb informiert die Polizei regelmäßig über neuste Varianten der Betrüger und gibt außerdem leicht umsetzbare Tipps zur Prävention.

Der klassische „Enkeltrick“ ist nicht neu, weshalb Betrüger immer wieder andere Strategien finden, um vor allem Senioren das Geld aus der Tasche zu ziehen. Über die neusten Umtriebe der Betrüger klärte jetzt die Polizei umfassend am Info-Stand auf.

Zum einen sich dabei der Bezirksbeamte Frank Lietzow als Polizist und Ansprechpartner, zum anderen gab es Info-Material und Hilfe zur Prävention. „Wir haben derzeit wieder viele Straftaten mit Betrügereien“, erzählt Michael Schindowski von der Kriminalprävention Mettmann, „die sind so gerissen, dass viele Senioren reingefallen sind. Das ist ein Riesenproblem für uns.“

Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen aus und erzählen, dass in der Nachbarschaft eingebrochen wurde. Sie bieten an, das Hab und Gut der Senioren „sicher zu verwahren“. Dabei sind die Betrüger auf dem technisch neusten Stand, „es erscheint die 110 mit einer örtlichen Vorwahl auf dem Telefondisplay“, erzählt Michael Schindowski. Mit neuen Tricks nutzen die Betrüger die Corona-Ängste aus. „Sie rufen an und behaupten, im Krankenhaus zu sein und ein Medikament zu brauchen, das die Kasse nicht zahlen würde“, berichtet Schindowski. Am Telefon erscheinen die Betrüger sympathisch, „sie sind sehr redegewandt“, weiß auch Frank Lietzow aus eigener Erfahrung. „Meine Eltern sind über 80 Jahre alt und ich habe sie beide geimpft. Trotzdem sind sie fast reingefallen“: Sie wurden von einem angeblichen Enkel, der einen Unfall gehabt haben soll, angerufen. „Erst, als die Betrüger nach Schmuck fragten, ist meine Mutter hellhörig geworden und hat mich angerufen.“

Viele nützliche Tipps gaben die Beamten, beispielsweise sollte am Telefon nie der Namen des Enkels verraten werden. Auch der Rückruf bei der örtlichen Polizei dient der Absicherung. Die Schäden sind hoch, etwa als eine Seniorin einen hohen fünfstelligen Betrag vom Balkon des Seniorenheims per Korb einem Betrüger übergab, nannte Schindowski Beispiele. Das Geld war auf Nimmerwiedersehen verschwunden, wie die meisten ergaunerten Wertsachen. „Es ist sehr schwer, der Täter habhaft zu werden“, betont Schindowski. Auch der Mettmanner Wolfgang Andrejko nutzte das Beratungsangebot. Hatte er schon einmal solch einen Anruf? „Nein, das habe ich noch nicht erlebt“, sagt er, „ich würde mich aber auch gar nicht darauf einlassen.“ Damit alle Senioren so gut auf Betrüger vorbereitet sind, wird die Polizei in den nächsten Wochen weitere Infostände in den Kreisstädten aufstellen.

Es gibt Informationsmaterial und Aufsteller mit Verhaltensregeln, die sich Senioren griffbereit neben das Telefon stellen können, in der Abteilung Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde. Mehr unter der Rufnummer 02104-9827700 sowie im Internet unter der Adresse www.polizei-beratung.de