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Mettmann: Neues Kapitel der ewigen Debatte um Standort der Feuerwehr

Mettmanns Politiker setzen Studie durch : Streitthema Standort Feuerwache

Der Feuerwehrstandort an der Laubacher Straße kann nicht ausgebaut werden. Das betonte Baudezernent Kurt Werner Geschorec jetzt nochmals im Hauptausschuss. Die Politik will das aber als Machbarkeitsstudie geprüft wissen.

Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat sich mit ihrer Forderung nach einer neuen Machbarkeitsstudie zur Feuer- und Rettungswache durchgesetzt. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte mit großer Mehrheit für den Beschluss, den Bürgermeisterin Sandra Pietschmann nach mehr als einstündiger Diskussion zusammengefasst hat. Ziel ist es, statt eines kompletten Neubaus am Peckhaus den bisherigen Standort an der Laubacher Straße so zu ertüchtigen, dass bei Einhaltung aller modernen Anforderungen sowohl viel Geld und auch Fläche gespart werden.

Die Feuer- und Rettungswache Laubacher Straße zwischen Rathaus und Konrad-Heresbach-Gymnasium ist einerseits zu alt und auch zu klein, um den gewachsenen Bedarf zu decken und adäquate Arbeitsbedingungen für die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte zu sichern. Nach dem aktuellen Brandschutzbedarfsplan müsste sie etwa dreimal so groß sein.

Für die Verwaltung war klar, dass sich dies innerhalb der gewachsenen Bebauung nicht realisieren lässt, und so wurde lange die Peckhauser Straße für einen Neubau vorgesehen. Teile der Politik sind gegen die Flächenversiegelung, zumal Erfahrungen der Nachbarstädte zeigen, dass ein kompletter Feuerwehr-Neubau in der heutigen Marktlage sehr teuer werden kann, was angesichts des Haushaltsdefizits der Stadt zu vermeiden sei.

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Eine Machbarkeitsstudie soll nun eruieren, ob der Standort Laubacher Straße nicht doch im Bestand umgebaut und erweitert werden kann. Infrage kämen etwa eine Aufstockung oder eine Ausweitung der Baufläche auf den heutigen Rathausparkplatz. Die Grünen argumentieren in ihrem Antrag, dass etwa 70 Prozent der ehrenamtlichen Feuerwehrleute in der Nähe der Wache wohnen, was für die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr wichtig und deshalb beizubehalten sei.

Bauamtsleiter Kurt Werner Geschorec betonte allerdings, dass er keine Chance auf eine Erweiterung des alten Standorts sehe. Denn für Baumaßnahmen dieses Ausmaßes müsse ein Bebauungsplan aufgestellt werden, und für diesen müsste man nachweisen, dass insbesondere der Lärmschutz für die Anwohner sichergestellt werden könne. Das aber ist nicht der Fall, da die bis zu dreistöckige Wohnbebauung sehr dicht am Feuerwehrgrundstück stehe. „Das würde auch die Machbarkeitsstudie ergeben“, ist sich Geschorec sicher.

An der Peckhauser Straße habe man dagegen genug Platz. Die Politik war sich über Parteigrenzen hinweg einig, dieses Ergebnis schwarz auf weiß haben zu wollten. „Wir unterstützen den Antrag der Grünen sehr“, erklärte Matthias Stascheit (SPD), auch Fabian Kippenberg (CDU) würde sich freuen, wenn eine Machbarkeitsstudie ein Ergebnis liefern würde – das dann endlich zu einer finalen Entscheidung führt. 

Es seien viele Faktoren zu bedenken: Das Evangelische Krankenhaus etwa benötigt für Notfälle einen Hubschrauber-Landeplatz in seiner Nähe, das war bisher die Laubacher Straße.

Bürgermeisterin Sandra Pietschmann formulierte die Quintessenz aus dem Grünen-Antrag und der Debatte, die mit nur einer Gegenstimme (FDP) beschlossen wurde als Leitlinie: „Das Maß des Notwendigen nicht übersteigen.“