Mettmann: Mono bringt Design auf den Tisch

Mettmann : „Mono“ bringt Design auf den Tisch

Die Firma mit Sitz in Mettmann fertigt mit 26 Mitarbeitern Besteck und zahlreiche weitere Produkte.

Die Produkte der Firma Mono GmbH werden in jedem Haushalt benötigt. Und doch haben die Mettmanner eine recht ausgewählte Kundschaft für ihre überwiegend in Handarbeit gefertigten Design-Bestecke. Keine billige Massenware: Jedes einzelne Stück wird gestanzt, gewalzt, geformt und geschliffen – in zahlreichen Arbeitsschritten und auf Maschinen, die fast antiquiert wirken. Aber auch die haben ihre Berechtigung: „Einige unserer Maschinen gibt es nicht moderner oder besser“, sagt Marketing-Chef Ulrich Schlaf.

Die meisten Kunden der Besteckmanufaktur haben eine Affinität zu Gestaltung und künstlerischem Anspruch. Erworben werden können die Waren über den Fachhandel und die unternehmenseigene Internetseite. „Hierüber laufen in der Regel nur einzelne Nachbestellungen. Und das soll auch so sein, denn die Händler selbst pflegen meist eigene Webshops, über die sie unsere Besteckserien vertreiben.“ Ein weiterer Kundenkreis sind Hotellerie und Gastronomie – im Direktvertrieb, denn hier sind die Verkaufsgespräche beratungsintensiv.

Mit 26 Mitarbeitern werden an der Mettmanner Industriestraße die Bestecke und zahlreiche weitere Design-Produkte gefertigt. Für nur eine einzige Gabel oder einen Löffel sind gleich mehrere Stanz- und Pressformen nötig, da die Esswerkzeuge nicht in einem Arbeitsschritt herzustellen sind.

Der Eigenproduktionsanteil liegt bei 85 Prozent. Zugekauft werden Holz oder Kunststoff für die Griffteile, Glas, Edelstahldrähte, Keramik und Verpackungsmaterial. Dabei legt das Unternehmen Wert auf nachhaltige Produktion. Mit der Beteiligung am Ökoprofit-Projekt des Kreises will Mono den Umweltgedanken noch stärker ins eigene Bewusstsein rücken.

Gegründet wurde Mono 1895 als Metallwarenfabrik und ist seitdem im Besitz der Familie Seibel. Wilhelm V. ist aktuell Geschäftsführer, seine Söhne Matthias (Produktion) und Johannes (Marketing) arbeiten bereits mit, ohne jedoch auf eine spätere Nachfolge fixiert zu sein.

Der Design-Gedanke wurde durch Herbert Seibel bereits in den 1950er Jahren geprägt. Er schuf mit Professor Peter Raacke die Serie „Mono A“, 1959 das erste Design-Besteck, das im Handel damals eher belächelt wurde. Erst durch die Zusammenarbeit mit der Möbelbranche, die ihre Ausstellungsräume bereits als ganzheitliche Wohnwelten zu präsentieren wusste, kam der Durchbruch.

In den 1980er Jahren übernahm Wilhelm IV. Seibel den hessischen Betrieb seines Onkels und führte beide Unternehmen – wegen der Nähe zu Solingen – wieder am Stammsitz in Mettmann zusammen. Er baute die Design-Strategie kontinuierlich weiter aus, beispielsweise mit der durch Tassilo von Grolman gestalteten Teekanne, bis heute ein „Hit“ in der Branche. In den rund 30 Jahren wurde sie über 1,5 Millionen Mal verkauft.

2006 wurde die Besteckmarke „POTT“ aus Solingen zugekauft und damit ihr Fortbestand gesichert, denn Hanspeter Pott hatte seinerzeit keine geeignete Nachfolge für die Fortführung des eigenen Betriebs gefunden. Auch die Mitarbeiter wurden übernommen.

Heute finden sich neben den Bestecken und Teekannen zahlreiche weitere Produkte in der Produktion bei Mono. Darunter auch Austernhandschuhe aus Stahlgeflecht, innovative Kochdeckel oder Teegläser.

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