Königin der Instrumente Orgelführungen für Kinder

Mettmann · Die Orgel gilt als Königin der Instrumente und Regionalkantor Matthias Röttger will nun mit Orgelführungen den Nachwuchs für das Instrument des Jahres 2021 begeistern. Die Stahlhut-/Späth-Orgel an St. Lambertus ist ein mechanisches Instrument und verfügt über drei Manuale, 43 Register – und einige Besonderheiten.

 Matthias Röttger an der Stahlhut-/Späth-Orgel in St. Lambertus. Sie ist ein mechanisches Instrument und verfügt über drei Manuale und 43 Register. Hinten an den Tasten gibt es Holzleisten, die die Bewegungsimpulse des Spielers umlenken.

Matthias Röttger an der Stahlhut-/Späth-Orgel in St. Lambertus. Sie ist ein mechanisches Instrument und verfügt über drei Manuale und 43 Register. Hinten an den Tasten gibt es Holzleisten, die die Bewegungsimpulse des Spielers umlenken.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Saust Luft durch verschiedene Pfeifen, ist das simpel gesprochen das Grundprinzip der Orgel. Das macht sie nicht bloß zu einem Instrument, sondern auch zu einer bemerkenswerten Konstruktion. Diese klangvolle Verbindung aus Kunst und Technik inspiriert seit ihrer Erfindung immer neu, weshalb die Orgel als Königin der Instrumente bezeichnet wird und Sonntag der deutsche Orgeltag gefeiert wurde.

Bei Regionalkantor Matthias Röttger braucht es allerdings keinen besonderen Feiertag, die Orgel in St. Lambertus zu loben. „Seit 27 bin ich Kirchenmusiker und darf an dieser herrlichen Orgel meinen Dienst verrichten.“

Die Orgel stammt aus dem Jahre 1912. „Aber so, wie sie jetzt ist, ist sie mehrfach verändert worden – zuletzt im Jahre 2000.“ Die Stahlhut-/Späth-Orgel an St. Lambertus ist ein mechanisches Instrument und verfügt über drei Manuale und 43 Register. Hinten an den Tasten gibt es Holzleisten, die die Bewegungsimpulse des Spielers umlenken. Der „warme und satte Sound“ eignet sich ganz besonders, Musik der deutschen Romantik um 1900 zu intonieren, führt der Musiker aus. „Mittlerweile wird auf der Orgel auch geswingt, gejazzt und gerockt.“

Und damit das so bleibt, sollen jetzt wieder Orgelführungen angeboten werden. „In der Pandemie war das nicht möglich“, deshalb ließ der Regionlkantor Videos zur virtuellen Erklärung anfertigten. Das Ergebnis sind sehenswerte Bilder, klangvolle Lautmalereien und dezidierte Erklärungen, die den Laien begeistern und dem Fachmann wissenswertes vermitteln.  Das Video ist bei You Tube und Facebook eingestellt worden.

„Aber nichts ersetzt eine Präsenzführung“, schon allein, weil der Klang in der Kirche „ganz anders zu hören ist“ - dann lassen sich die tiefen Bässe spüren und der Blasebalg bewegt sich und überhaupt ist das Erlebnis ein ganz unmittelbares.

„Unsere Orgel ist so wertvoll wie ein ganzes Haus“, dazu zählen dann Besonderheiten wie die so genannte durchschlagende Klarinette oder der ominöse Druckpunktminderer – die spezielle Bauweise ermöglicht es dem Orgelspieler, sprichwörtlich alle Register zu ziehen und damit den Sound eines kompletten Orchesters zu erzeugen. Diese Begeisterung für Musik und dieses besondere Instrument möchte er gerne an junge Leute übertragen, „Orgelunterricht kostet nicht mehr als Klavierunterricht“, natürlich bedarf es einer gewissen Größe, um an die Pedale zu kommen und dann gilt „Übung macht den Meister“.

Die nächste Orgelführung für Kinder ist Sonntag, 26. September, 12.30 bis 13 Uhr in St. Lambertus. Mehr Infos gibt es beim Regionalkantor unter Telefon 02104-7467.

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